Vorne pfui, hinten hui
Fr., 10.02.2012
Neues Hygienezentrum in „Essmann‘s Backstube“ reinigt über 5000 Plastikkörbe am Tag
Heinz Lörfing (l.) und Klaus Große Besten haben gut Lachen: Die Waschstraße funktioniert perfekt. Und das mit großer Schnelligkeit und niedrigem Energieeinsatz.
Altenberge -
Es ist der Traum jeder Hausfrau. Vorne dreckig rein, hinten sauber wieder raus. Ohne selbst die Spülbürste in die Hand zu nehmen. Die unsichtbaren Heinzelmännchen drücken dabei in der langen Edelstahlröhre so dermaßen auf die Tube, dass der Mitarbeiter am Ende des Fließbandes mit dem Kistenstapeln kaum hinterherkommt. 1250 Plastikkörbe und Kuchenbleche schrubbt die neue Spülstraße in nur einer Stunde blitzsauber. Desinfektion inklusive. Das Schöne daran: Die Anlage ist nicht nur schnell, sondern auch sehr genügsam. Sie verbraucht 40 Prozent weniger Energie und Wasser.
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Dieses „Schneller und billiger“ war der ausschlaggebende Punkt für Matthias Essmann, den Daumen zu heben für diese 1,2 Millionen Euro teure Investition. Der Chef von „Essmann‘s Backstube“ im Altenberger Gewerbegebiet Siemensstraße will auf lange Sicht Ressourcen sparen und Arbeitsabläufe produktiver gestalten. Geholfen hat ihm bei der Umsetzung Heinz Lörfing. Als Maschinenbauer ein alter Hase und eigentlich schon lange im Ruhestand, bastelte er am Konzept für das neue Hygienezentrum für die Großbäckerei und überwachte zusammen mit Produktionsleiter Klaus Große Besten den Bau. „Wir haben die Spülstraße von der Technik her möglichst einfach gehalten und wo es ging, auf komplizierte Elektronik verzichtet“, erklärt Lörfing. Der Erfolg gibt dem Senior-Experten recht. Die Störanfälligkeit der neuen Spülstraße ist sehr gering, der Personaleinsatz minimal. Matthias Essmann: „Wir kommen mit zwei Leuten aus.“ Der zweite Mann kümmert sich in der Regel um das Beladen der Lkw, die die gespülten Körbe wieder zurück zur Bäckerei nebenan bringen. Die Plastikkästen dienen zum Transport der frischen Backwaren in die Filialen von „Essmann‘s Backstube“. Die Energie für das Aufheizen des Spülwassers kommt zu einem Großteil aus einer Wärmerückgewinnungsanlage, die mit den Kühlaggregaten des Betriebs verbunden ist. Durch diese umweltfreundliche Methode erreicht das Wasser schon die 50-Grad-Marke und muss nur noch um 20 weitere Celsius-Grade erhitzt werden. Über 5000 Körbe und Bleche werden täglich von Teigresten, Mehl, Marmelade, Sahne und was sonst noch so von Brot und Kuchen hängen bleibt, befreit. Dafür musste mit den alten Reinigungsmaschinen in zwei Schichten gearbeitet werden. Heute geht das in einer. Ganz locker. Matthias Essmann musste für das Hygienezentrum nicht neu bauen. Das Nachbargrundstück neben dem Stammhaus stand zum Verkauf – samt Firmengebäude mit Platz für Produktion und Büros. „Mit den 3500 Quadratmetern Fläche haben wir außerdem die Möglichkeit, weiter zu expandieren“, erläuterte Matthias Essmann. Konkrete Pläne gibt es dafür noch nicht. Aber was nicht ist. . .