Do., 13.06.2013

Dummchen Chantal und Möchtegern-Gangster Manni begeistern Selten dämlich, aber irgendwie sympathisch

Dusselig, am Ende aber erfolgreich:  Chantal (Marjorie Hagenbeck) und Manni (Toni Röhrig), die am Ende doch noch den großen Coup landen.

Dusselig, am Ende aber erfolgreich:  Chantal (Marjorie Hagenbeck) und Manni (Toni Röhrig), die am Ende doch noch den großen Coup landen. Foto: Sigrid Terstegge

Nordwalde - 

„Zwei wie Bonnie und Clyde“traten auf dem Bispinghof auf. Die beiden Kabarettisten hatten das Publikum dabei vom ersten Moment an in der Hand.

Schäbige beigefarbene Wandfliesen , verstaubte Plastikrohre an der Decke, abgewohnte Restmöbel wie der ehemals weiße Hängeschrank. Dazu noch eine Menge Schuhkartons sowie ein kleiner Tisch und zwei Holzstühle. Das war am Samstag die Bühne für „Zwei wie Bonnie und Clyde“ in der alten Küche des früheren Kinderheims auf dem Bispinghof . Eingeladen hatte der Förderverein Bispinghof.

Bei der ausverkauften Vorstellung im Keller des Gelben Hauses hatten Marjorie Hagenbeck und Toni Röhrig die Zuschauer fast von der ersten Sekunde an in der Hand. Als das kleine Dummchen Chantal und als Möchtegern-Gangster Manni begeisterten sie das Publikum. Fast schon Mitleid musste der Beobachter mit Manni haben, der gegen die geballt naive Schlichtheit von Chantal kaum ankam.

Eine Bank haben die beiden überfallen. Wie Bonnie und Clyde, ihre Vorbilder. Nun suchen sie einen Unterschlupf, bis die Wogen sich geglättet haben. Nach drei Stunden Irrfahrt – Chantal kann nicht Karten lesen und Manni hat auch keinen Plan – landen sie schließlich im Lager eines ehemaligen Schuhhauses. „Ob da wohl noch welche drin sind“, freut sich Chantal und will gleich nachschauen. Manni dagegen möchte erst einmal im Radio den Bericht über seinen Banküberfall hören. Da heißt es, dass zwei Gangster zwar eine Bank überfallen haben, aber statt der Plastiktüte mit den 100 000 Euro die Einkaufstüte einer Kundin erwischt haben. Chantal und Manni lachen sich fast krumm über die Blödheit der anderen Gangster. Dann soll Chantal ihre Tüte auspacken. Auf dem Tisch landen nicht Banknoten, sondern zwei Rollen Klopapier, zwei Fertigsuppen und ein Paket Kaffee. „Ich hatte sowieso noch nicht für das Wochenende eingekauft“, sucht Chantal, dem Fehlgriff noch etwas Positives abzugewinnen.

Doch Manni will so schnell nicht aufgeben. Minutiös arbeitet er einen weiteren Plan aus, um noch einmal durch einen Banküberfall an viel Geld zu kommen. Und im Gegensatz zu Bonnie und Clyde scheitern sie wieder. Wer hätte das gedacht: Nach mehreren Fehlversuchen mit nicht zu überbietender Dusseligkeit gelingt ihnen doch noch der große Coup.

Das Publikum gönnte es ihnen und spendete dazu noch reichlich Applaus für einen vergnüglichen Abend.

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