Fr., 21.04.2017

Till Seidel begeistert Clubkonzert der Spitzenklasse

Mit Till Seidel (M.) erlebte die Blue-Session-Saison bereits im Frühjahr einen ersten Höhepunkt..

Mit Till Seidel (M.) erlebte die Blue-Session-Saison bereits im Frühjahr einen ersten Höhepunkt.. Foto: Axel Roll

Altenberge - 

Die Session im Saal Bornemann war wieder einmal eine ganz Besondere: Till Seidel war Garant für ein Konzert der Spitzenklasse.

Von Axel Engels

Es passiert wohl nur selten, dass selbst der Rezensent sich in der Konzertpause eine CD des Gastsolisten kauft. Aber die bestens besuchte Boogie-Session am Donnerstagabend war eine Ausnahme, zumal mit Till Seidel ein ganz versierter Gitarrist und ausdrucksstarker Sänger von Daniel Patorek und Fabian Fritz zum gemeinsamen Musizieren eingeladen war.

Auch diesmal bereicherte Udo Schräder am Schlagzeug den Ausflug in die etwas blueslastige Welt, hatte mit seinem langjährigen Weggefährten Frank Konrad am Bass einen mit ihm bestens eingespielten Musiker mitgebracht. Dadurch konnte Frank Konrad die pianistische Künste von Daniel Patorek und Fabian Fritz unterstützen und bei den Stücken mit Till Seidel wirkte dieser Abend dann wie bei einem Clubkonzert im Kreise gleichgesinnter Musikliebhaber.

Bei diesem Crossover der Stile musste man natürlich auf die reinen Boogie-Stücke nicht verzichten, aber schon bei der leicht swingenden Improvisation der beiden Pianisten und ihrem „Jump em`Joy“ wurde klar, dass an diesem Abend das stilistische Spektrum leicht erweitert war. Beim gefühlvollen „Please love me“ von Fabian Fritz zeigte sich, dass er nicht nur als Pianist das Publikum mitreißen, sondern auch als Sänger seine Qualitäten einbringen kann. Als dann Till Seidel die Bühne betrat, entführte er das Publikum mit „You‘ve Got to Love Her With a Feeling“ von Freddie King in die tief emotionale Welt des American Blues der 70er Jahre mit Wurzeln im Texas- und Chicago-Stil.

Auch beim legendären Blues-Standard „You‘re the one“ wusste er im perfekten Zusammenspiel mit der Clubband das Publikum zu begeistern. Dieser sympathische Musiker hatte aber auch Songs seines seinen neuen Silberlings mitgebracht. Leicht funkig ging es beim „King Of Lazy Man‘s Land“ zu und bei B. B. Kings „Heartbreaker“ spielte er sehr einfühlsam eine Hommage an den großen Blues-Gitarristen und Sänger aus Mississippi.

Rein instrumental genoss man das allseits bekannte „What‘d I Say“ von Ray Charles. Till Seidel wusste seine Virtuosität auf der Gitarre bestens in den Dienste des musikalischen Ausdrucks zu stellen, ließ seinen Mitstreitern immer wieder Raum für eigenen Improvisationen.

Dieser Abend war als Session angelegt, kein in vielen Stunden erarbeitetes Konzert. Daher waren viele Songs gleichsam „ungeprobt“, musste sich Till Seidel ganz auf die musikalischen Qualitäten seiner Mitstreiter verlassen können. Seine kurzen Anweisungen zum Tempo beziehungsweise Stil jedes Songs waren so präzise, dass Daniel Patorek, Fabrian Fritz, Frank Konrad und Udo Schräder sofort wussten, wie sie jeweils einsteigen mussten.

Für die Besucher war diese Session ein jederzeit spannender Abend, bei dem in lockerer Atmosphäre auf ganz hohem Niveau musiziert wurde. Hoffentlich kann man bei der nächsten Session auch wieder Frank Konrad als Bassisten an der Seite von Udo Schräder erleben. Seine groovenden Soli waren eine Bereicherung.

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