Mo., 11.01.2016

Standort Altenberge ist nicht zu halten Schweizer Holding kauft P-Well

Die Tage des CE-PE-Wellkisten-Werks in Waltrup sind wohl gezählt. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen die Arbeitsplätzen nach Gildehaus, das zu Bad Bentheim gehört, verlagert werden.

Die Tage des CE-PE-Wellkisten-Werks in Waltrup sind wohl gezählt. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen die Arbeitsplätzen nach Gildehaus, das zu Bad Bentheim gehört, verlagert werden. Foto: Michael Schwakenberg

Altenberge - 

Die in Altenberge ansässige P-Well-Unternehmensgruppe, zu der auch CE-PE-Wellkisten gehört, wird in die Schweiz verkauft. Das hat der neue Eigentümer, die Model Holding AG, jetzt in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.

Von Michael Schwakenberg

Die Schweizer übernehmen P-Well noch in diesem Januar zu 100 Prozent. Mittelfristig bedeutet diese Übernahme das Aus für den Standort Altenberge mit seinen 80 Beschäftigten. Der bisherige Eigentümer, die Familie Pelster, bleibt dem Untermehen zunächst in beratender Funktion erhalten.

Über die Gründe für den Verkauf sprachen die WN gestern mit Michael Pelster. Der erläuterte, dass die Margen in dieser Branche in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken seien. „Die Model-Gruppe ist international unterwegs. Und im Gegensatz zu uns hat sie eigene Ressourcen zur Papierherstellung. Wir haben Wellpappe immer zukaufen müssen.“ Dass der Standort Altenberge nicht weitergeführt wird, sei unvermeidbar. „In Gildehaus und Thüringen haben wir jeweils zirka 350 Mitarbeiter. Und heute kann man rationell nur in großen Werken produzieren.“

Wie die WN erfuhren, hat die Nachricht vom Verkauf die Beschäftigten in Altenberge „wie aus heiterem Himmel“ getroffen und zunächst für „einigen Wirbel“ gesorgt. Wie es aus dem Umfeld hieß, wird die Neuigkeit ganz unterschiedlich aufgefasst. Einige Kollegen hätten Angst vor Veränderungen, andere wiederum würden den Verkauf als Chance sehen, das Unternehmen und sich selbst weiterzuentwickeln.

Auch Bürgermeister Jochen Paus, der am Samstag aus dem Urlaub zurückgekommen ist, hat „völlig unvermittelt“ vom Verkauf des Unternehmens und der damit verbundenen Schließung des Altenberger Werks erfahren. Dass CE-PE in der Vergangenheit in Waltrup nicht expandieren konnte, bestätigte er gestern auf Anfrage der WN: „Eine Entwicklung wie am Standort Bad Bentheim wäre bei uns nicht möglich gewesen. Das hätte nicht dem Regionalplan entsprochen und wäre mit der Bezirksregierung auch nicht zu machen gewesen.“ Die Schließung sei nicht nur ein Verlust für die Gemeinde und deren Säckel. „Ich denke da vor allem an die Mitarbeiter, die aus Altenberge und den umliegenden Orten kommen.“

Für Michael Pelster hingegen steht der Fortbestand des Unternehmens und der Arbeitsplätze im Vordergrund: „Beide Unternehmen ergänzen sich ideal. Mit der Übernahme ist P-Well für die Zukunft gut aufgestellt.“

Laut Pressemittelung von Model verfügt P-Well mit dem Preprint-Verfahren über das einzige im Hause Model noch nicht angewendete Druckverfahren. Spezialitäten wie Schwer- und Endloswellpappe seien außerdem „interessante Sortimenterweiterungen“. Zu guter Letzt sei die Lastwagen-Flotte von rund 150 Fahrzeugen ein „wichtiger Baustein für eine gute Dienstleistungsqualität“. Einzig und allen das Bundeskartellamt könne die Übername jetzt noch verhindern.

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