Fr., 29.01.2016

Für Musiker im Einsatz Zwischen Brüssel und Altenberge

Willibert Steffens (l.) und David Webst (England) fahren regelmäßig nach Brüssel, um an Treffen von Arbeitsgruppen der Europäischen Kommission teilzunehmen.

Willibert Steffens (l.) und David Webst (England) fahren regelmäßig nach Brüssel, um an Treffen von Arbeitsgruppen der Europäischen Kommission teilzunehmen. Foto: Steffens

Altenberge - 

Er pendelt regelmäßig zwischen Altenberge und Brüssel: Willibert Steffens. Er arbeitet ehreamtlich in einer Arbeitsgruppe mit, die sich mit dem Thema „Gesundheit und Prävention“ befasst. Dabei geht schwerpunktmäßig um das Wohlbefinden von Musikern.

Von Martin Schildwächter

Das Gehör, der gesamte Bewegungsapparat, die Muskulatur – damit haben Musiker besonders zu kämpfen. Doch wie lassen sich diese Körperpartien am besten schützen. Und wer setzt sich dafür ein, dass die Arbeitgeber der hauptberuflichen Musiker sich auch um das Wohl ihrer Angestellten kümmern? Willibert Steffens gehört dazu. Seit vielen Jahren ist er Mitglied der Deutschen Orchester-Vereinigung (DOV) und der Internationalen Musiker-Gewerkschaft (FIM). Und dort ist der 65-jährige Steffens für die Koordination „Musik und Gesundheit“ zuständig.

Wichtige Entscheidungen werden dabei im europäischen Parlament in Brüssel getroffen – und Willibert Steffens mischt dort seit Ende 2014 mit. Er ist Mitglied der Gruppe „Gesundheit und Prävention“, die innerhalb der Fachschaft „Work-live-Balance“ regelmäßig tagt. „Das ist ein reines Ehrenamt“, betont der Altenberger, der bis zu seiner Pensionierung Horn und Wagner-Tuba im Sinfonieorchester Münster spielte.

Beim Thema Gesundheit spielt die EU-Richtlinie „Lärm“ eine entscheidende Rolle. „Sie muss auch umgesetzt werden“, betont Willibert Steffens. Der besucht deshalb deutschlandweit regelmäßig Orchester, sammelt Erfahrungen und ist auf der Suche, wie die Arbeitsbedingungen seiner Musikerkollegen stets verbessert werden können. Etwa 12000 hauptberufliche Orchester-Musiker gibt es in Deutschland, schätzt Steffens.

Seit seinem Engagement in Brüssel hat sich der Altenberger jedoch nicht nur mit Gesundheitsfragen auseinandergesetzt. Ihm und seinen Mitstreitern ist es auf europäischer Ebene gelungen, dass beispielsweise ein Instrumentenpass eingeführt wird. Darin sind unter anderem Fakten zum Kauf eines Instruments und das Herstellungsdatum dokumentiert. „Und das ist sehr wichtig“, betont Steffens. Ein Beispiel: Als die Berliner Philharmonika ein Konzert in den USA geben wollten, durften sie für ihre Instrumente nicht ihre Bögen einsetzen, erzählt Steffens. Warum? Die Einfuhr von Elfenbein ist verboten – und genau davon ist am Ende eines Bogens bei Profimusikern ein kleines Stück eingebaut. Ein Bogen kostet schon mal rund 40 000 Euro. Wenn jedoch nachgewiesen werden kann, dass der Bogen schon vor vielen Jahren hergestellt wurde – als es noch kein Einfuhrverbot von Elfenbein gab – können auch diese Bögen im Ausland zum Einsatz kommen.

Auch wenn diese Instrumentenpässe weltweit eingeführt wurden, ist das Rundfunk- und Sinfonieorchester Köln kürzlich auf Nummer sicher gegangen. Für ein Konzert in China nahmen die Musiker Schülerbögen mit und ließen ihre teuren Bögen zu Hause, erzählt Willibert Steffens.

Die Arbeit in Brüssel ist vielfältig: Vor Kurzem befasste sich die Arbeitsgruppe des Altenbergers mit Kosten die entstehen, wenn Musiker beispielsweise ihr Cello nicht im Frachtraum (Steffens: „Das ist viel zu gefährlich) eines Flugzeuges, sondern auf einem Sitzplatz transportieren möchten. In langwierigen Verhandlungen wurde erreicht, dass für das Cello „nur“ ein normaler Sitzplatz bezahlt werden muss. „Zusätzliche Gebühren fallen für Instrumente nicht mehr an“, freut sich Willibert Steffens.

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