Sa., 27.02.2016

Renate Koppel und Minoo Mirzababaee sind Prüfungsbeste Wenn Ausbildung Spaß macht

Fleischermeister Heinz Averbeck ist stolz auf seine Mitarbeiterinnen (v.r.): Minoo Mirzababaee und Regina Koppel waren die Prüfungsbesten im Fischerhandwerk in NRW. Valentina Zultay hat als Fleischermeisterin ebenfalls eine großen Anteil an der herausragenden Leistung der beiden Azubis in der Edeka-Filiale.

Fleischermeister Heinz Averbeck ist stolz auf seine Mitarbeiterinnen (v.r.): Minoo Mirzababaee und Regina Koppel waren die Prüfungsbesten im Fischerhandwerk in NRW. Valentina Zultay hat als Fleischermeisterin ebenfalls eine großen Anteil an der herausragenden Leistung der beiden Azubis in der Edeka-Filiale. Foto: Detlef Held

altenberge - 

„Ich bin wirklich stolz, solche Mitarbeiterinnen zu haben. In meiner langjährigen Berufserfahrungen sind sie schon Ausnahmen“, lobt Fleischermeister Heinz Averbeck Renate Koppel und Minoo Mirzababaee, die nun vor der Industrie- und Handelskammer ihre Prüfung als Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk (Fleischerei) als Beste abgelegt haben. Bei der Lossprechung in der Stadthalle in Rheine gehörten sie zudem zu den neun besten von insgesamt 365 Azubis aus verschiedenen Ausbildungsberufen in Nordrhein-Westfalen.

Von Detlef Held

„Ich hatte bislang noch nie so gute Zensuren, doch der Beruf macht mir einfach Spaß“, sagt Renate Koppel (22) die in Kasachstan geboren wurde und seit ihrem ersten Lebensjahr in Steinfurt lebt. Nach dem Abitur an der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule in Nordwalde schnupperte sie in die Hotelbranche rein, doch die sagte ihr nicht zu. Und so begann sie im September 2013 ihre Ausbildung in der Edeka-Filiale an der Münsterstraße zur Fachverkäuferin in der Fleischereibranche. „Als Verkäuferin hat man immer Kontakt zu Menschen. Sie fachmännisch zu beraten, ist mein Ding“, erklärt sie ihre Berufung.

Das Minoo Mirzababaee einmal als Verkäuferin arbeiten würde, war für die 35-Jährige, die aus dem Iran stammt und erst seit dreieinhalb Jahren in Deutschland lebt, eigentlich nicht vorrangiges Lebensziel. Sie hatte in ihrem Heimatland Informatik studiert, siedelte dann aus privaten Gründen zu ihrer in Altenberge lebenden Schwester und musste feststellen, dass ihr Studium in Deutschland nicht anerkannt wird. Doch sie wollte bleiben, lernte in nur acht Monaten Deutsch – sie spricht es fast akzentfrei –, bekam das Angebot vom Edeka und trat, obwohl ihr viele Freunde davon abrieten, die Ausbildung in Altenberge an.

„Es war am Anfang schwer, denn im Iran gibt es diesen Beruf so wie hier eigentlich nicht. Wurstsorten beispielsweise kennt man nicht, Schweinefleisch schon gar nicht“, sagt sie mit dem Blick zurück auf das erste Lehrjahr. Doch sie wollte allen beweisen, dass sie das schafft. Das ist ihr mehr als beeindruckend gelungen. Aufgrund ihrer Leistungen konnte sie ebenso wie Renate Koppel ihre dreijährige Ausbildungszeit um sechs Monate verkürzen (Notendurchschnitt 1,5).

„Das haben wir auch Valentina Zultay zu verdanken, die uns als Meisterin gemeinsam mit unserem Chef immer wieder unterstützt hat“, loben die beiden ehemaligen Azubis ihre Ausbildungsleiter.

Renate Koppel hat sich entschlossen, zunächst als ausgebildete Kraft weiterzumachen. „Gute Leute sind bei uns immer willkommen“, freut sich Heinz Averbeck über die Entscheidung. Beide überzeugen nicht nur ihn als Meister. Vor allem die Kunden loben die Freundlichkeit und die Kompetenz der beiden, weiß er aus vielen Gesprächen..

Minoo Mirzababaee will mehr. Im März beginnt sie ihre sechsmonatige Ausbildung als Fleischermeisterin. Danach will sie entscheiden, ob sie in diesem Beruf weitermacht oder ein Studium – beispielsweise Lebensmitteltechnologie – in Angriff nimmt.

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