Fr., 11.03.2016

Kleidersammlung hat wenig Erfolg Viele Körbe bleiben leer

Viele Körbe blieben bei der Sammlung leer.

Viele Körbe blieben bei der Sammlung leer. Foto: sun

Altenberge - 

In den vergangenen Tagen fanden viele Altenberger blaue und rote Wäschekörbe vor ihren Haushalten. Inprocon, eine Firma für Textil- und Schuhrecycling, hatte die Aktion durchgeführt.

Von Anke Sundermeier

Blaue und rote Körbchen mit dem Hinweis „Wir sammeln zu Gunsten der gemeinnützigen 1mal1- Stiftung“ fanden viele Bürger in den vergangenen Tagen vor ihrer Haustür. Viele davon blieben bis zum Abholtermin leer. Geworben wird hier nicht nur damit, dass ein Erlös aus der Sammlung Kindergärten zugute komme, sondern die Sammlung laut den gesetzmäßigen Vorgaben sogar bei der örtlichen Abfallbehörde angezeigt sei. „Vielleicht ist der Kreis Steinfurt als Abfallbehörde informiert, die Gemeinde Altenberge nicht“, erklärt Fachbereichsleiter Theo Teriete auf Anfrage.

Auf dem ersten Blick war dort, so Ronja de Bor, Mitarbeiterin der Pressestelle des Kreises, auch nichts angezeigt gewesen. Nur gewerbemäßige Sammlungen müssen drei Monate vor dem Termin beim Umweltamt des Kreises gemeldet werden. Daraufhin wird die Gemeinde benachrichtigt, erklärte de Bor. Seitens des Kreises ginge dann ein Bescheid mit bestimmten Auflagen an den Antragsteller heraus. Nicht angemeldete, gewerbliche Sammlungen seien eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld belegt werde. „Im letzten Jahr erging wegen Verstoßes ein Bußgeldbescheid in vierstelliger Höhe“, berichtet de Bor.

Laut Homepage der Stiftung generiert sie einen Erlös, der wiederum direkt in den Stiftungszweck reinvestiert wird. Die Verwertung der gespendeten Bekleidung wird von einem TÜV-zertifizierten Fachbetrieb übernommen.

Und wie verhält es sich bei der „1mal1-Stiftung gGmbH“? Ist es eine gewerbliche, anzuzeigende oder gemeinnützige Sammlung, bei der keine Anzeigenpflicht besteht? Auf WN-Nachfrage bei der Stiftung meldete sich Lüder Schulz, Geschäftsführer der Inprocon, eine Textil- und Schuhrecycling GmbH & Co.KG. „Ja, wir sind als kommerzielles Unternehmen für die Stiftung tätig“, so Schulz. Nach einem bestimmten Schlüssel würden Erlöse aus der Verwertung der gebrauchten Textilien in die Stiftung fließen.

Erstaunt zeigte sich der Geschäftsführer des 1962 gegründeten Familienunternehmens über die fehlende Anzeige beim Kreis Steinfurt. „Im Zuge der Neuregelung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes im Juni 2012 haben wir formell in allen 402 Erlaubnisbehörden die Sammelaktion angezeigt. Da wir rechtlich unter ein sogenanntes Bestandsschutzgesetz fallen, reicht diese einmalige Anzeige aus.“

Diese Aussage bestätigte auf weitere Nachfrage auch der Kreis Steinfurt: „Es gibt gemeinnützige Organisationen, die mit Sammelaktionen ein Unternehmen beauftragen. Haben diese eine Sammelanzeige mit dem Nachweis eingebracht, dass sie bereits vor der 2012 erfolgten Gesetzesänderung im Kreis in der Abfallwirtschaft tätig waren, reicht eine einmalige Anzeige, wie bei der Firma Inprocon.“ Für den Spendenwilligen bleibt es eher eine undurchsichtige Angelegenheit.

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