So., 13.08.2017

Film über die Berkel Zeugin einer alten Kulturlandschaft

Alexander Buske (l.) und Georg Bühren beschreiben Münsterländer Originale.  

Alexander Buske (l.) und Georg Bühren beschreiben Münsterländer Originale.   Foto: Nix

Altenberge - 

Die Berkel, 114 Kilometer langer Nebenfluss der Ijssel. Anna Schlottbohm und der Niederländer Willem Kootstra haben dem Gewässer ein filmisches Denkmal gesetzt. Am Samstagabend zeigte die Filmwerkstatt Münster, Produzent der Dokumentation, „Die Berkel“ als Freiluftvorführung im Grünwerkstätten-Gartencafé bei Altenberge.

Von Rainer Nix

Die Berkel, 114 Kilometer langer Nebenfluss der Ijssel. Anna Schlottbohm und der Niederländer Willem Kootstra haben dem Gewässer ein filmisches Denkmal gesetzt. Am Samstagabend zeigte die Filmwerkstatt Münster, Produzent der Dokumentation, „Die Berkel“ als Freiluftvorführung im Grünwerkstätten-Gartencafé bei Altenberge. Trotz regnerischen Wetters erschienen viele Zuschauer und genossen, durch ein Zeltdach geschützt, die Doku.

Im Vorfeld unterhielten Georg Bühren und Alexander Buske mit humorvollen und nachdenklich machenden plattdeutschen Liedern. Liebevoll beschrieben sie westfälische Originale wie „Bernhard“, der Autos verschmähte und lieber mit seinem Trecker durch die Gegend tuckerte. Nur bis zu Petrus in den Himmel konnte er mit seinem Schlepper nicht gelangen.

Die Berkel entspringt zwischen Nottuln und Billerbeck. Sie fließt unter anderem durch Coesfeld, Stadtlohn und Vreden, auf niederländischer Seite durch Eibergen, Borculo und Lochem. Bei Zutphen mündet sie in die Ijssel. Mit abwechslungsreichen Bildern wird der Verlauf des Flusses nachgezeichnet.

Nicht nur romantische Naturaufnahmen, vor allem Interviews mit markanten Zeitgenossen charakterisieren die Handlung. Da ist der ein wenig verschroben wirkende Schäfer, in dessen alter Jacke ein Vogel nistet. „Die hängt da schon ein paar Jahre“, sagt er entschuldigend. Eine 15-Jährige wohnt in Gescher, vermisst dort allerdings unter anderem die Möglichkeit zum Shoppen. Sie will in die Großstadt, doch später mit ihrer Familie in die schöne Berkel-Region zurückkehren. Ein Elektroinstallateur wollte eigentlich für einen Telekommunikationsanbieter arbeiten, doch daraus wurde nichts. Er erinnert sich an Fahrten von Darup nach Stadtlohn, die ihm als Kind wie Weltreisen vorkamen. Eine Expertin berichtet von „Alien Species“, womit Tiere gemeint sind, die aus verschiedenen Gründen in einen fremden Lebensraum verschleppt wurden. So erging es Flusskrebsen, die sich plötzlich in der Berkel wieder fanden.

„Der Fluss kennzeichnet für mich eine alte Kulturlandschaft“, sagt Winfried Bettmer, Geschäftsführer der Filmwerkstatt. „Wenn man in die Geschichte eintaucht, gibt es in dieser Region zahlreiche tiefer gehende Verbindungen zwischen Deutschland und den Niederlanden“, fügt er hinzu. Ehemals herrschte so etwas wie ein gemeinsamer Sprachraum, in dem auf beiden Seiten Niederdeutsch gesprochen wurde. Darüber hinaus war die Berkel im Mittelalter zum Teil schiffbar.

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