Auto gestohlen
Gesamtschaden im sechsstelligen Bereich

Münster/Altenberge -

In einem Prozess vor dem Landgericht muss sich eine Einbrecherbande verantworten, die hochwertige Autos gestohlen hat. Ein Fall ereignete sich in Altenberge.

Mittwoch, 07.02.2018, 17:02 Uhr

 
  Foto: dpa

Neben Wohnungs- und Geschäftseinbrüchen hatten sich die Mitglieder einer polnisch-stämmigen Einbrecherbande auf hochwertige Fahrzeuge spezialisiert. Zur Tatausführung bohrten sie in verschiedenen Orten im Münsterland nachts Fenster oder Türen auf und drangen in die Wohnungen der teils schlafenden Opfer ein. Dort entwendeten sie neben Wertsachen den Fahrzeugschlüssel und anschließend den vor dem Haus geparkten Wagen. Die Fahrzeuge sollen sofort Richtung Ruhrgebiet gebracht und später nach Osteuropa verschoben worden sein. Der Gesamtschaden liegt im gehobenen sechsstelligen Euro-Bereich.

Dafür müssen sich die Angeklagten im Alter von 38 bis 51 Jahren derzeit vor dem Landgericht Münster verantworten. Dem 51-Jährigen aus Telgte werden zudem unter anderem Fahren unter Alkoholeinwirkung und Unfallflucht zur Last gelegt.

Der Staatsanwalt benötigte zum Verlesen der seitenlangen Anklageschrift einen langen Atem. Dazu gehörte auch ein Fall aus Altenberge, der sich am 14. Dezember 2016 im Hügeldorf ereignet hatte. Die zwei aus Polen stammenden Angeklagten verschafften sich zwischen Mitternacht und 8.30 Uhr gewaltsam Zutritt zu einem Haus an der Feldstiege, in dem sie eine Terrassentür aufgehebelt hatten. Anschließend durchsuchten die Täter das Wohnhaus und entwendeten 150 Euro.

Das Ehepaar schlief zum Tatzeitpunkt im Obergeschoss und bemerkte den Einbruch nicht. Zudem fanden die Beschuldigten im Haus einen Pkw-Schlüssel für einen Mercedes, der vor dem Haus abgestellt war. Mit dem Auto flüchteten die Täter. Der Pkw hat einen Wert von etwa 40 000 Euro.

Die Taten sollen mit schöner Regelmäßigkeit von den beiden polnischen Angeklagten begangen worden sein. Dafür reisten sie jeweils nach Deutschland an. Der 51-Jährige aus Telgte stellte laut Anklage seine Wohnung als unauffällige Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung. Ihm selbst werden vier direkte Tathandlungen an den Einbruchsdiebstählen zur Last gelegt.

Nachdem die Angeklagten Angaben zur ihrer Biografie gemacht hatten, signalisierten sie nach Beratung mit ihren Verteidigern, sich zu den Tatvorwürfen einzulassen. Den Anfang machte der 51-jährige Telgter. Die Mitangeklagten hätten ihn hin und wieder gegen seinen Willen besucht und bei ihm geschlafen. Was die beiden in Deutschland gemacht hätten, das will er erst nach Bekanntwerden der Anklageschrift erfahren haben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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