Schild weist auf Bauerschaft Hollenbeck hin
Wechselvolle Geschichte

Altenberge -

Die Bewohner der Höfe Waltrup 2 bis 9, die auf fünf Höfen mit Nebengebäuden dicht zusammen liegen, trafeb sich an der Ecke L 510/Waltrup. Dort montierten sie ein grünes Zusatzstraßenschild mit der Aufschrift Hollenbeck.

Montag, 16.04.2018, 19:04 Uhr

Die Anlieger in der Bauerschaft Waltrup freuen sich, dass mit dem nun angebrachten Schild auf die ehemalige Bauerschaft Hollenbeck hingewiesen wird.
Die Anlieger in der Bauerschaft Waltrup freuen sich, dass mit dem nun angebrachten Schild auf die ehemalige Bauerschaft Hollenbeck hingewiesen wird. Foto: ter

Eines kann man auf jeden Fall sagen: Es hat früher ziemlich oft gebrannt in der Altenberger Bauerschaft Waltrup, die eigentlich unter dem Namen Hollenbeck bekannt ist. Am Samstag trafen sich die Bewohner der Höfe Waltrup 2 bis 9, die auf fünf Höfen mit Nebengebäuden dicht zusammen liegen, an der Ecke L 510/Waltrup. Dort montierten sie ein grünes Zusatzstraßenschild mit der Aufschrift Hollenbeck. Die Idee dazu hatte Hubertus Brockmann, der in Waltrup 8 wohnt. „Hollenbeck kennen die Menschen hier und das schon mindestens seit dem Jahr 1142“, erläuterte Brockmann. Bockstette-Thies, Schulze Isfort, Lutte-Richter, Bäumer (früher Austermann), Otten (Averhage/Deitmer), Voss-Volbert, Brockmann-Meinert und Schulze Schwicking gehören zu einem ehemaligen Kloster.

In der Gründungsurkunde von Hohenholte wurde der Name 1142 erstmalig erwähnt. Nachlesen kann man das in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des Schützenvereins Grinkenschmidt von 1974. Eine Urkunde aus dem Staatsarchiv Münster war dazu unter die Lupe genommen worden.

Ein Haupthof namens „Holenbeke“ des Bischofs von Münster lag in der Bauerschaft „Walthorpe“. Inhaber des Lehens war ein Ritter Luitbert von Bevern. Der gründete 1142 zu Ehren der Jungfrau Maria ein Kloster, schenkte dem zwei Morgen Land, den umliegenden Wald und Wiesen für Vieh. Er bat darum, den leiblichen Bruder des Stifters, der bei den Benediktinern im französischen Reims war, zum Prior zu machen.

Nach nur 47 Jahren gaben die Benediktiner das Kloster zurück. Es zogen nun adelige Augustiner-Nonnen ein. Diesen brannte das Kloster 1291 ab. Neu aufgebaut wurde es dort, wo heute noch das Stift steht. In den 90er Jahren des 15. Jahrhunderts wütete wieder ein Feuer. Eine Klostermühle an der Aa sollte Einnahmen generieren, um den Aufbau zu finanzieren. Es brannte noch öfter in dem Kloster beziehungsweise späteren Damenstift. Dennoch festigte sich die Existenz durch Schenkungen und Spenden.

Der Name Hollenbeck wurde über fast 900 Jahre weiter gegeben und ist den Altenbergern noch heute geläufig. Ab sofort weist auch ein Straßenschild darauf hin. Vom Ritter von Bevern nimmt man an, dass die männliche Linie ausgestorben ist.

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