Kinder und Erwachsene sammeln Wildblumensamen für die Insekten
Es soll summen und brummen

Altenberge -

Es ist schon ein kleines Paradies, diese weiträumige Naturfläche von „Orchideen Maier“ in Hansell. Dort wachsen zahllose wilde Pflanzen und deren Nektar ist ein Leckerbissen für Wildbienen. Zum zweiten Mal sammelten an diesem Ort Kinder und Erwachsene in der Ferienzeit als „Sommersause-Aktion“ Saatgut. Damit helfen sie dem Aktionsbündnis „Rettet die Wildbienen“ bei ihrem Vorhaben, noch möglichst viele Wildblumenwiesen anzulegen.

Sonntag, 05.08.2018, 15:06 Uhr

Kinder und Erwachsene wurden in die Geheimnisse sachgerechten Saatgutsammelns eingeführt.
Kinder und Erwachsene wurden in die Geheimnisse sachgerechten Saatgutsammelns eingeführt. Foto: nix

Vorsichtig tasteten sich die Mädchen und Jungen an die Pflanzen mit den markanten Namen „Klappertopf“, „Natternköpfe“ und „Wegwarte“ heran, um ihnen vorsichtig die Samenkapseln zu entnehmen. Natur- und Wildnispädagogin Miriam Schulz von „Erdwege Naturerleben“ gab fachkundigen Rat, Erich Maier, Pflanzenspezialist und Autor mehrerer Bücher, kümmerte sich vor allem um die Erwachsenen und erläuterte ihnen die Flora auf dem großen Areal.

„Heute entnehmen wir den Pflanzen das Saatgut“, erläuterte Schulz. In einem weiteren Schritt wird es später getrocknet, damit die Restfeuchte entweicht und es nicht schimmeln kann. Anschließend wird gesiebt und gesäubert, so dass am Ende die reinen Samen ohne Pflanzenzeile übrig bleiben. „Wir sammeln in besonderem Maße die „Wilde Möhre“. Sie ist eine tolle Blütenpflanze für Wildbienen und andere Insekten. Aus der „Wilden Möhre wurde übrigens die heutige Karotte gezüchtet.“

Besonders die Kinder lernten bei dieser Aktion viele Pflanzen kennen. Sie wurden aber auch darauf gestoßen, dass Insekten sich nicht vermehren können, wenn sie als Nahrung nicht genügend Blütenpflanzen finden. „Kinder haben manchmal keinen leichten Zugang zu Pflanzen“, erklärt die Wildnispädagogin. „Sie sind Macher, die gern etwas tun möchten, doch Pflanzen stehen einfach nur da und können bestenfalls bestaunt werden.“ Die Mädchen und Jungen merkten jedoch, dass sie sogar noch mehr tun konnten, als das Saatgut für Wildblumenwiesen in Tütchen zu stecken. Sie sammelten auch essbare Blüten, die sie zum Schluss unter Anleitung zu bunter Blütenbutter verarbeiteten. Sie ließ sich hervorragend auf Ciabatta-Brot streichen. Und das schmeckte als kleine Stärkung sehr gut.

Das gesammelte Saatgut wurde an Maier übergeben, der es nun dem Aktionsbündnis stiftet. Durch die Anlage weiterer Wildblumenwiesen soll es in Altenberge bald wieder summen und brummen, genauso wie es früher vor dem Insektensterben ganz selbstverständlich war.

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