Altenberge

Fr., 05.03.2010

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Da braut sich was zusammen

Die Altenberger Kläranlage wird die Politik in der nächsten Zeit noch einige Male beschäftigen. Wegen der Vorgabe neuer Richtwerte muss investiert werden.Foto: (Uwe Renners)
Von Uwe Renners

Altenberge - Es braut sich was zusammen an der Kläranlage. Und das werden auch die Bürger zu spüren bekommen. „Zahlen kann man noch nicht nennen, das wäre reine Spekulation“, meint Bürgermeister Jochen Paus. Sicher ist aber eins: die Abwassergebühren werden in absehbarer Zeit steigen. „In einem Rahmen, mit dem wir uns gegenüber anderen Gemeinden aber noch durchaus sehen lassen können“, ist der Bürgermeister überzeugt. Die Kläranlage ist sanierungsbedürftig, rund 1,3 Millionen Euro müssen investiert werden. Der Esch­huesbach, in den das geklärte Wasser eingeleitet wird, hat in den vergangenen zehn Jahren an Gewässergüte verloren. „Die Bezirksregierung hat neue Parameter festgesetzt, die wir einhalten müssen“, so Paus. Besonders der Grenzwert für Phosphor sei heruntergesetzt worden. „Es fällt möglicherweise schwer, diesen Wert besonders im Winter einzuhalten“, macht der Bürgermeister deutlich. Und im Jahr 2012/2013 sei außerdem eine Änderung der Klärschlammverordnung abzusehen. Auch dieses werde für die Gemeinde Konsequenzen haben. Wird der Schlamm bisher noch auf landwirtschaftlicher Fläche ausgebracht („davon profitiert der Gebührenzahler“) wird dieses in Zukunft schwer. Und so hat Professor Dr. Markus Schröder vom Büro Tutthas &Meyer geplant und gerechnet und dem Bürgermeister ein Papier vorgelegt, unter dem die Gesamtsumme von 1,3 Millionen Euro steht. 550 000 Euro sind dabei für ein neues Vorklärbecken inklusive Faulung enthalten. Das soll dafür sorgen, die neuen Richtwerte besser einhalten zu können. Hierfür wird ein vorhandenes Schlammsilo umgebaut, um ihn anschließend für die Faulung zu nutzen. Ein Blockheizkraftwerk soll das Gas anschließend in Strom umwandeln, der auf der Anlage genutzt wird. „Eine Einspeisung lohnt sich nicht“, so Paus.

Im zweiten Atemzug ist der Neubau eines zweiten Nachklärbeckens notwendig. Kostenpunkt hier: 708 000 Euro.

Bis zum Jahr 2016 hat die Gemeinde Zeit, die neuen Maßgaben umzusetzen. „Wir wollen es im nächsten Jahr umsetzen“, so der Bürgermeister. Da die Kosten der Abwasserbeseitigung auf den Bürger umgelegt werden müssen, werde sich die Investition sicherlich in den Gebühren widerspiegeln. „Wir sind bisher sehr moderat und werden auch weiterhin nicht nach ganz oben ausreißen“, so Paus. Genaueres müsse man abwarten. Die Ausgliederung des Klärwerkes in ein Abwasserwerk habe man bisher noch nie in Erwägung gezogen. „Das ist in anderen Gemeinden bisher immer zu Lasten der Bürger gegangen“, so Paus. Vielleicht gebe es auch noch andere Möglichkeiten.

Kreativität ist jedenfalls in Zeiten knapper Kassen gefragt, denn das Rohrsystem, das die Abwässer zum Klärwerk bringt, hat auch Sanierungsbedarf. „Es gibt Kommunen, da hat zum Beispiel Gelsenwasser die Pflege und Wartung übernommen“, so Paus. „Die ganze Thematik wird uns weiterhin beschäftigen“, ist sich der Bürgermeister sicher. Bereits am kommenden Montag (8. März) wird ein Gutachten von Professor Dr. Ulrich Scheele von der Uni Oldenburg zur Entwicklung der Altenberger Abwassergebühren von 2009 bis 2029 im Hauptausschuss der Gemeinde vorgestellt. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaus und ist öffentlich.


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