Altenberge

Mi., 17.09.2008

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„Es muss auch mal gut sein“

Die Mitglieder der Werbegemeinschaft sind froh, dass die Südumgehung bald gebaut wird und die Boakenstiege (kleines Foto) dadurch entlastet wird. Sie fordern die Gegner auf, die Entscheidung nun endgültig zu akzeptieren. (Foto: -us-)

Altenberge. Dietmar Dertwinkel will sich in Sachen Pro und Contra Südumgehung neutral verhalten. Eines ist für das Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft aber klar: „Jeder hat das Recht, seine rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Nach drei Kommunalwahlen muss es dann aber auch mal gut sein.“ Dertwinkel meint die wieder aufgeflammte Diskussion um die Südumgehung.

Gestern trafen sich Mitglieder der Werbegemeinschaft beim Vorsitzenden Bernhard Bäumer, um Stellung zu beziehen. Und Stellung hätten die Altenberger nun drei Mal bei den Kommunalwahlen bezogen, sagte Dertwinkel. Da sei es nur demokratisch, diese Entscheidung endlich zu akzeptieren. Dertwinkel: „Und wer sich dann in Altenberge nicht mehr wohlfühlt, der muss sich halt seine Konsequenzen überlegen.“ Für Christoph Schleuter ist die Diskussion leidlich. „Seit 20 Jahren, da reicht es irgendwann.“

Dabei, davon sind die Werbegemeinschaftsmitglieder überzeugt, bringt die Südumgehung dem Ort Gutes. „Für die Aufenthaltsqualität im Ortskern wird das ein Meilenstein sein“, sagt Bernhard Bäumer. Auch die Geschäftsleute würden davon profitieren. „Dann wird der Ort auch für die älteren Leute attraktiver“, so Bäumer.

„Es kann einfach nicht sein, dass der Durchgangsverkehr durch den Ort geht“, ist Brigitte Wältring überzeugt. Sie wohnt seit 30 Jahren an der Boakenstiege. Die Viehtransporte des Familienunternehmens müssen sich tagtäglich durch den Ort schlängeln, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Auch die Bewohner im Ort hätten ein Recht auf eine bessere Luftqualität und weniger Lärm, sagt sie. Die Gegner der Straße, die jetzt von einer Kostenexplosion sprechen, kann Wältring nicht verstehen: „Sie haben durch die Verzögerungstaktik die Kosten verursacht. Wäre die Straße damals direkt gebaut worden, wäre es billiger geworden.“

„Wenn das erste Kind im Dorf unter dem Auto liegt, dann frage ich mich, was denn wichtiger ist: der Kammmolch und die Fledermaus oder das Kind?“, fügt Rudi Reichenberger hinzu.

Alle sind sie froh, dass die Finanzierung für die Umgehungsstraße jetzt steht (die WN berichteten) und es mit dem Bau noch in diesem Jahr losgehen kann. „Wenn ich sehe, wie viele Zugmaschinen auf dem Weg zu Schmitz bei uns unten an der Firma vorbeifahren, dann freue ich mich, wenn die Straße fertig ist“, meint Reichenberger. Auch der Getränkehändler muss mit seinen Lastwagen noch über die Boakenstiege. „Das ist für die Unternehmer im Gewerbegebiet Ost ja auch ein Zeitfaktor. Wir sind künftig schneller in Münster“, so Schleuter.

„Und es wird sicher deutlich ruhiger. Dann können wir die Boakenstiege sperren und die Kirmes kann endlich wieder ins Dorf“, freut sich Bäumer auf das Jahr 2011. Dann soll die Straße fertig sein.


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