Altenberge
Fr., 30.04.2010
Gewerbeschau soll Magnet werden
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Altenberge - Der komplette Vorstand der Werbegemeinschaft wurde am Donnerstagabend für ein Jahr in seinen Ämtern bestätigt. Dietmar Dertwinkel hatte die verkürzte Amtszeit beantragt, da der Vorsitzende Bernhard Bäumer aus der Kur mitteilen ließ, dass er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt Ende des Jahres abgeben wird. „Dann sollten wir nächstes Jahr den Vorstand komplett neu aufstellen“, so Dertwinkel. Einstimmig beschlossen die etwa 30 anwesenden Mitglieder so vorzugehen.
Dertwinkel blickte in seinem Vortrag zurück auf das vergangene Jahr. „Wir hätten nie damit gerechnet, dass man uns beim zweiten Candlelight-Shopping so überrennt“, so das Vorstandsmitglied. Der Erfolg spreche dafür, diese Veranstaltung im Programm zu lassen. Großes Thema war am Donnerstag auch die Gewerbeschau am 11. und 12. September. Hier laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Die 108 Mitglieder der Werbegemeinschaft seien bereits angeschrieben worden und könnten sich anmelden. Ebenso die Vereine und Verbände der Gemeinde. Dertwinkel berichtete, dass die Gewerbeschau erneut im Bereich der Siemens- und Boschstraße stattfinden wird. Ein buntes Rahmenprogramm vom Hubschrauberrundflug bis hin zum Kinderhort, damit die Eltern in Ruhe bummeln können, sei in Vorbereitung. In einem Zelt könnten sich auch Dienstleister präsentieren.
Auch ein Fest für die Mitglieder, ihre Freunde und Geschäftspartner soll es wieder geben, berichtete Dertwinkel den Mitgliedern und machte deutlich, dass die Werbung für die Schau nicht umsonst zu haben sei. Hier seien die Mitglieder gefragt, sich auch finanziell zu beteiligen. Wie das aussehen könne, werde man noch mitteilen.
Unter Verschiedenes kam dann der Hauptpunkt des Abends. Andreas Lammers präsentierte den Mitgliedern der Werbegemeinschaft 50 Minuten lang das Einzelhandelskonzept der Gemeinde und die Problematik, die sich seiner Meinung nach dadurch ergibt. Kurz gesagt, Lammers hält die von der Gemeinde getroffenen Entscheidungen für eine Katastrophe. „Das führt Altenberge in eine Sackgasse“, so Lammers.
Eine geplante Bebauungsplanänderung hatte die Geschäftsleute aus dem Gewerbegebiet West auf den Plan gerufen (die WN berichteten). Diese Änderung ist zwar erst einmal zurückgestellt worden, das Einzelhandelskonzept bleibt aber bestehen. Das Konzept existiere zwar seit 2007 und es sei auch zugänglich gewesen, durch die Komplexität hätten viele Gewerbetreibende die Auswirkungen aber gar nicht verinnerlicht, so Lammers. Und diese Auswirkungen würden die Geschäftsleute massiv in ihrer unternehmerischen Freiheit behindern. Ohne das Konzept gebe es jetzt einen Postenmarkt in der ehemaligen Halle von Auto Becker. „Außerdem hätte ich meine Halle vermieten können, weil ein Fressnapf dort einziehen wollte. Dieses ist aber auch an dem Einzelhandelskonzept der Gemeinde gescheitert“, so Lammers. Großflächiger Einzelhandel dürfe laut dem Papier nur noch in städtebaulich integrierter Lage ausgewiesen werden. „Wir haben im Zentrum doch überhaupt keinen Platz dafür“, so Lammers. Und nur weil im Dorf ein Laden eine Packung Trill im Regal stehen habe, dürfe im Gewerbegebiet solch ein Sortiment nicht geführt werden. Lammers: „Da fehlen mir die Worte.“ Er forderte die Geschäftsleute auf, mit der Politik in einen Dialog einzutreten, damit das Konzept verändert wird. „Wir haben vor 30 Jahren ein Grundstück gekauft und hatten nur die Auflage, nicht höher als zweigeschossig zu bauen. Das Konzept bedeutet jetzt nichts anderes als eine Nutzungsenteignung“, fuhr Lammers schweres Geschütz auf.
Bürgermeister Jochen Paus erklärte, dass die Gemeinde bestrebt sei, mit den Geschäftsleuten weiterhin gut zusammenzuarbeiten. Allerdings könne man sich nicht über Gesetze hinwegsetzen. Paus schlug vor, nicht nur mit den Gewerbetreibenden von der Siemensstraße zu reden, sondern auch einen weiteren Termin anzuberaumen, um mit allen Geschäftsleuten über das Thema zu diskutieren. Der Gutachter sei bereits informiert, er werde den Unternehmern der Siemensstraße demnächst Rede und Antwort stehen. Der Bürgermeister machte aber auch deutlich, dass er sich die jetzt stattfindende Diskussion eher gewünscht habe. „Als das 2007 auf der Tagesordnung stand, war die Werbegemeinschaft mit im Boot“, so der Bürgermeister.
Der FDP-Fraktionsvorsitzende Willi Schöpker warf der Gemeinde Versäumnisse vor und sprach sich ebenfalls für Änderungen in dem Konzept aus.
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