Altenberge

Mo., 18.01.2010

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Säulen der Gesellschaft

Bürgermeister Jochen Paus (r.) ehrte Margret Hölscher für den Hospizkreis, Bernhard Stening, Edwina Schnieder (vorne v.l.), Werner Witte, Alfons Finnenkötter für die Radweginitiative und Thomas Roters für die Sanitäter vor Ort (hinten v.l.).
Von Rudolf Rickers

Altenberge - „Solange unsere Gemeinde über derart engagierte, uneigennützig und kreativ tätige Bürgerinnen und Bürger verfügt, ist mir um die Zukunft Altenberges nicht bange.“ Das sagte Bürgermeister Jochen Paus zu Beginn des zehnten Neujahrsempfangs am Sonntagvormittag im vollen Saal Bornemann. Er begrüßte neben den zahlreich erschienenen Vertretern der Vereine, Verbände, Kirchen und Institutionen besonders den Bundestagsabgeordneten Karl Schiewerling (CDU) sowie die drei Altbürgermeister Werner Schleuter, Bernhard Gerdes und Hermann Schipper. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Big-Band der Musikschule Altenberge unter Leitung von Christoph Harpers.

Eine gute Tradition nannte der Bürgermeister die jährliche Ehrung ehrenamtlich engagierter Bürger und begann mit Edwina Schnieder. „Sie hat seit nunmehr 40 Jahren ungezählten Kindern die richtigen Flötentöne beigebracht“, sagte Paus zu der heute 80-jährigen ehemaligen Lehrerin. Die geringe Gebühr für den Flötenunterricht hatte Edwina Schnieder immer gespendet und darüber hinaus für den Verein „Herzenswünsche“ auf dem Nikolausmarkt und dem Rodelberg Waffeln gebacken.

Bernhard Stening wurde dafür geehrt, dass er seit jetzt 25 Jahren mit Kreativität und künstlerischem Geschick das aufwendige Bühnenbild für die Prunk- und Galasitzung der KG St. Johannes gestaltet und die Karnevalsorden entwirft. Außerdem hat er sich bei der Innenraumgestaltung des Rathauses engagiert und künstlerisch betätigt.

„Mit Einfühlungsvermögen und Besonnenheit hat er schon so manchen Streit geschlichtet“, meinte Paus bei der Ehrung für Werner Witte. Neben seiner jetzt neunjährigen Tätigkeit als Schiedsmann für Altenberge ist Witte im Gooiker Partnerschaftsausschuss aktiv, arbeitet im Vorstand des Heimatvereins mit, setzt sich für den Erhalt der plattdeutschen Sprache ein und ist eine „tragende Säule“ bei den Eiskellerführungen.

Neben den drei Einzelpersonen wurden auch drei Vereine und Initiativen geehrt: Margret Hölscher stellvertretend für die Mitglieder des Hospizkreises Altenberge, Thomas Roters für die Mitglieder der DRK-Einrichtung „Sanitäter vor Ort“ und Alfons Finnenkötter für die Mitglieder der Bürgerinitiative Radweg Kümper. Paus sprach ihnen Dank und Anerkennung für ihr Engagement aus.

In seiner Ansprache hatte Paus von einer Welt der bunten Prospekte, der Verheißungen und Sehnsüchte gesprochen. „Alles ist möglich und nichts unmöglich wird uns vorgegaukelt“, meinte er. „Und der Preis für die Hetzjagd sind Zeitdruck und Entscheidungsstress.“ Paus führte weiter aus, dass die Seele den Kurs bestimmen muss und sich jeder trotz einer „bunten Kulisse“ selbst treu bleiben sollte.

Dann kam er zur „Familie, als elementaren Bestandteil eines uns gemäßen Lebens“, sprach über das „Abenteuer Elternschaft“ und meinte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, dass sich Liebe, Arbeit und Kinder nicht ausschließen dürften. Der Staat müsse Kitas und Schulen besser ausstatten und Eltern finanziell unterstützen, fuhr Paus fort und bezweifelte, dass ohne einen Meinungswandel in vielen Bereichen „die schönsten Regelungen zu Elternzeit und Elterngeld sowie mehr Krippenplätze für eine nachhaltig steigende Geburtenrate sorgen“.

Die Familie hat für Paus den Übergang ins 21. Jahrhundert noch vor sich und dazu ist nach seiner Auffassung ganz wichtig, „dass die Gesellschaft die Mütter und Väter mitträgt und sich verantwortlich fühlt für die junge Generation“.


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