Altenberge

Di., 17.08.2010

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Teures Abwasser

Bei den Abwassergebühren ist Altenberge im Vergleich zu den Nachbargemeinden recht teuer. Nur Laer knöpft den Bürgern noch mehr ab. Foto: (Uwe Renners)
Von Uwe Renners

Altenberge/Nordwalde/Laer/Steinfurt - Der Bund der Steuerzahler hat die Abwassergebühren unter die Lupe genommen. Und Altenberge schneidet dabei nicht besonders gut ab.

Welche Kommune verlangt die höchsten Gebühren und in welcher Kommune kommen die Bürger am günstigsten davon? Das ist die häufigste Frage, die dem Bund der Steuerzahler NRW (BdSt NRW) gestellt wird, wenn er den Abfall- und Abwassergebührenvergleich der 396 NRW-Kommunen vorstellt. Dem Verband geht es jedoch laut eigenen Aussagen um weit mehr, als nur die Spitzenreiter darzustellen. „Wir wollen die Öffentlichkeit informieren - über Unterschiede, aber vor allem über die Möglichkeiten, die jede Kommune hat, um die Gebühren im Sinne der Bürger zu verändern“, erklärt Georg Lampen, Vorsitzender des BdSt NRW, bei der Vorstellung des Gebührenvergleichs.

Der BdSt hat bei seinem Vergleich als Grundlage einen Jahresverbrauch von 200 Kubikmetern Frischwasser und eine vollversiegelte Fläche von 130 Quadratmetern den Berechnungen zu Grunde gelegt.

Die WN haben die Zahlen der umliegenden Gemeinden verglichen. Hier gehört Altenberge bei den Gebühren zu den Spitzenreitern, nur Laer ist noch teurer. In einem Ranking würde dies folgendermaßen aussehen:

1. Laer 772 Euro

2. Altenberge 664 Euro

3. Steinfurt 595 Euro

4. Greven 569 Euro

5. Nordwalde 563 Euro

6. Horstmar 526 Euro

7. Münster 416 Euro.

Altenberge ist laut BdSt die einzige der sechs Gemeinden, die nach dem sogenannten Wiederbeschaffungszeitwert die Gebühren berechnet.

Der wichtigste Faktor, wie die Kommunen die Abwassergebühr beeinflussen können, sind die sogenannten kalkulatorischen Kosten, zu denen die kalkulatorischen Abschreibungen, die kalkulatorischen Zinsen und die Abwasserabgabe gehören. Was sich im Einzelnen hinter diesen Angaben verbirgt, weiß aber kaum ein Bürger. Und das nutzen offenbar viele Kommunen, um diese kalkulatorischen Kosten, die sie selbst festlegen, ohne Not in die Höhe zu treiben, heißt es von den Verbraucherschützern. Damit würden dann die Gebühren steigen, aber die Gegenwehr der Bürger bleibe - mangels umfassender Kenntnis - aus. So haben laut Bund der Steuerzahler beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr vier Kommunen in NRW die kalkulatorische Abschreibung vom günstigeren Anschaffungswert auf den höheren Wiederbeschaffungszeitwert umgestellt. Erforderlich sei das nicht - im Gegenteil: In Bayern und Baden-Württemberg zum Beispiel ist diese Praxis sogar verboten, heißt es auf der Homepage des BdSt.

In Altenberge erfolgte die Umstellung auf den kritisierten Wiederbeschaffungszeitwert vor etwa zweieinhalb Jahren. „Die Gemeindeprüfungsanstalt hat uns die Abschreibung nach dem Wiederbeschaffungszeitwert empfohlen“, sagt Bürgermeister Jochen Paus und will sich in keine bürgerunfreundliche Ecke stellen lassen. Mit Münster könne man Altenberge außerdem sowieso nicht vergleichen. Paus: „Dort leben auf engerem Raum viel mehr Menschen. Da kann anders kalkuliert werden.“ Außerdem könne sich die Gemeinde im Landesdurchschnitt sehen lassen, ist er überzeugt. Das Altenberge im Vergleich zu den Umlandgemeinden recht teuer ist verwundert ihn aber schon ein wenig. „Wir schultern hier ganz viel kostengünstig selbst. Andere haben es privatisiert“, sagt Paus. Ein Grund für die höheren Kosten könne die Topographie sein. „Wir liegen auf einem Hügel und müssen das Wasser über den Hügel pumpen.“ Hinzu kämen sicher der Bau der neuen Regenrückhaltebecken in den vergangenen Jahren.

Durch die Splittung der Abwassergebühren werde die Diskussion um Abschreibungskosten wohl demnächst erneut im Rat der Gemeinde geführt werden, meinte der Bürgermeister. Zu welcher Lösung die Verwaltung dabei tendiere, könne er noch nicht sagen. „Dafür muss erst das Datenmaterial aller Hausbesitzer vorliegen. Die haben ja vor kurzem ein Schreiben bekommen, auf denen ihre Flächen markiert sind“, so Paus.


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