Altenberge
Do., 22.04.2010
Trommeln für den Biohof
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Altenberge - In Zeiten zunehmender Kommerzialisierung biologisch angebauter Produkte stellt sich dem Verbraucher schon die Frage, wie viel Bio er für sein Geld erhält. Der Gärtnerhof Entrup eG wirbt deshalb für ein Modell mit einer totalen Transparenz, die laut Aussage des Gärtnerhofes kein Bio-Siegel bieten kann.
Eine Kuhglocke läutet die Veranstaltung mit Prominenz ein. Es geht um die Entwicklung einer Gemeinschaftslandwirtschaft, die den Hof als Landwirtschaftsort, Bildungsort und Sozialprojekt erhalten und weiter ausbauen möchte. Es nennt sich CSA-Projekt und hat seine Wurzeln in Amerika, wo entsprechende Wirtschaftsgemeinschaften seit 1985 praktiziert werden. In Deutschland ist der Buschberghof bei Hamburg ein Vorzeigeprojekt.
Die CSA (Community-supported agriculture) ist ein Zusammenschluss von Verbrauchern mit einem Partner-Landwirt: eine gemeinsam getragene Landwirtschaft. Die Verbraucher geben eine Abnahmegarantie für die Produktion des Landwirtes, erhalten im Gegenzug Einblick in den biologisch-dynamischen Landbau und bekommen von den Erzeugnissen des Hofes soviel wie sie benötigen. Die Teilnahme wird mit einer Mitgliedsvereinbarung für ein Jahr geregelt und kostet zwischen 100 und 150 Euro je erwachsene Person im Monat. „Wir sind Teilhaber und nicht Kunden. Es ist ein Geben und Nehmen. Der Hof ernährt uns und wir den Hof“, sagt Mitglied Eugen Schilling. Zur Zeit wird auch ein Probe-Abo für die Monate Mai und Juni 2010 zum Preis von 215 Euro angeboten.
„Ist das Ganze teuer“, war eine Frage. Die Erfahrungen von anderen CSA-Höfen zeigen, dass die Mitglieder mehr Lebensmittel für ihr Geld bekommen, als sie im freien Handel erhalten würden, hieß es bei dem Treffen. Die Arbeitskräfte könnten sich auf die Produktion konzentrieren, weil der Zeitaufwand für die Vermarktung nur noch gering sei.
Nach einem Hofrundgang sprach Albert Fink, Mitbegründer einer Bank für sozial-ökologische Geldanlagen, über das Modell einer gemeinnützigen Trägerschaft für kleinere Höfe. „Ohne finanzielle Hilfe haben kleinere Höfe oft keine Zukunft mehr“, begründete er eine Unterstützung. „Zudem werden gegenüber der Agrarindustrie Arbeitsplätze geschaffen“, sagt Fink bei seinem Besuch.
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