Altenberge
Mi., 03.03.2010
Eine heiße Angelegenheit
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Altenberge - Eine heiße Sache. Im wahrsten Sinne des Wortes. Rund eine Million Euro wird die Gemeinde investieren, damit nach den Sommerferien insgesamt elf gemeindeeigene Liegenschaften mit erneuerbaren Energien beheizt werden. Gestern stellten der Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt, Franz Niederau, Dr. Erwin Weßling von der Firma Wessling und Bürgermeister Jochen Paus das Konzept vor und berichteten von den zahlreichen Vorteilen. Die 30 Jahre alte Heizungsanlage der Gemeinde, die über Erdgas befeuert wird, hat dann ausgedient. An der Borghorster Straße gegenüber dem Eiskeller wird ein Blockheizkraftwerk gebaut, das mit Biogas von der Zentraldeponie befeuert wird.
Der Strom, der erzeugt wird, wird von der egst eingespeist, die auch das Geld dafür bekommt. Die Gemeinde bekommt dafür das Abfallprodukt des Heizwerkes, die Wärme. „Damit können wir die Grundlast fahren“, erklärte Bürgermeister Jochen Paus. Rund 60 Prozent des Wärmebedarfs würden damit abgedeckt. Das Rathaus, Hallenbad, Bürgerhaus, die Gooiker Halle sowie die drei Schulen der Gemeinde würden damit beheizt. In den strengen Wintermonaten könne dann die Hackschnitzelanlage zugeschaltet werden und die Gebäude mit zusätzlicher Wärme versorgen. Das Erdgas, das noch für rund zehn Prozent der gesamten Wärmemenge zuständig ist, wird im Blockheizkraftwerk des Hallenbades benötigt. Der Strom, der damit erzeugt wird, gehört der Gemeinde.
„Wir haben eine zielgerichtete und ökologische Lösung gesucht und waren bereits in Gesprächen mit der Firma Wessling“, berichtete Paus gestern. Als dann das Konjunkturprogramm II aufgelegt worden sei, habe man neu rechnen können. „100 000 Euro haben wir in das Hallenbad investiert. Es bleiben uns 650 000 Euro, die wir in dieses Projekt stecken können“, erklärte Paus. Da es auch noch andere Fördermöglichkeiten gebe, bleibe für die Gemeinde ein Eigenanteil von 200 000 Euro. „Wir sparen mit der Anlage jährlich 107 000 Euro“, sagte Paus. Der jährliche Energiebedarf der Gemeinde liege momentan bei 136 000 Euro jährlich. Bald sind es nur noch 27 000 Euro. Bereits im zweiten Jahr werde man schwarze Zahlen mit der Anlage schreiben. Und nicht nur Geld wird gespart. Der Kohlendioxid-Ausstoß der Gemeinde verringert sich von 534 Tonnen jährlich um 351 Tonnen auf 183 Tonnen. „Soviel Kohlendioxid erzeugen 93 Einfamilienhäuser“, nannte Diplom-Ingenieur Tobias Peselmann von der Firma Wessling eine Vergleichszahl.
Das Biogas wird über eine 3,8 Kilometer lange Leitung zu dem neuen Blockheizkraftwerk geleitet. „Wir betreiben bereits ein BHKW an der Mülldeponie. Es ist aber so, dass der Gesetzgeber für zwei kleinere Anlagen mehr Geld gibt als für eine große Anlage“, erklärte Franz Niederau die Feinheiten des Erneuerbare-Energien-Gesetztes. „Über das man sicher streiten kann. Wir nutzen aber nur die bestehenden Möglichkeiten aus“, so Niederau. Dr. Erwin Weßling, dessen Unternehmen die Umsetzung möglich macht, verwies auf die enormen Möglichkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien. Er freute sich, dass seine Firma ein Projekt in dieser Größenordnung in Altenberge begleiten kann. „Die Kombination Biogas und Hackschnitzel ist meines Wissens einzigartig im Münsterland“, so Tobias Peselmann.
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