Altenberge
Mi., 25.08.2010
Kita-Gebühren: Kinder gibt es nicht umsonst
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Altenberge - Die gute Nachricht für alle Eltern zuerst: Geht es nach Landrat Thomas Kubendorff, sollen die Kita-Gebühren nicht steigen. Die schlechte Nachricht: Sie sollen auch nicht sinken.
„Das ist nicht geplant“, erklärte Kreisdirektor Dr. Wolfgang Ballke jetzt im Altenberger Rathaus. Er war gekommen, um zusammen mit Bürgermeister Jochen Paus zum Kitagebührenvergleich Stellung zu nehmen. Die WN hatten die Altenberger Zahlen in eine bundesweite Untersuchung der Kita-Gebühren einfließen lassen, bei der die Gemeinde für die vorgegebenen Modellfamilien sehr schlecht abschnitt. Im Vergleich zu Münster müssen die Altenberger Gutverdiener (Jahreseinkommen über 73 000 Euro) fast das Doppelte auf den Tisch legen.
Bürgermeister Jochen Paus war wichtig, dass die Kitagebühren nicht nur für Altenberge, sondern auch für 19 andere Gemeinden im Kreisjugendamtsbezirk gelten. Der Kreistag hat mit CDU-Mehrheit die Gebühren 2008 verabschiedet. „Die Gemeinde könnte natürlich mit freiwilligen Mitteln zum Beispiel das dritte Kindergartenjahr freistellen“, sagte Ballke auf Nachfrage, ob der Gemeinde durch den Kreistagsbeschluss die Hände gebunden sind. Dies würde in Altenberge mit 140 000 Euro jährlich zu Buche schlagen, hatte der Verwaltungsfachmann ausgerechnet.
Insgesamt, so berichtete Ballke, sollen laut Kinderbildungsgesetz (Kibiz) eigentlich 19 Prozent der Betriebskosten durch Elternbeiträge finanziert werden. Im Kreis Steinfurt seien dies nur 15 Prozent, berichtete er.
Ballke erläuterte, dass eine Senkung der Gebühren nur durch eine Erhöhung der Jugendamtsumlage möglich sei. Dies sei von den Kommunen nicht gewünscht. „Wir haben versucht, uns mit dem Umland abzustimmen, damit die Gebühren in etwa gleich sind“, so der Kreisdirektor. Die Modellfamilie in dem WN-Vergleich habe einen 25-Stunden-Platz gebucht, sagte Ballke. Diese Plätze würden aber kaum noch nachgefragt. „Wir haben dafür den 35-Stunden-Platz etwas günstiger gemacht in Relation zu den 25 Stunden, weil wir das fördern wollen“, so Ballke.
Bei den Drei- bis Sechsjährigen liegen die Beträge laut dem Kreisdirektor im Vergleich zum Umland und Münster am oberen Rand, bei den Unter-Dreijährigen sei das aber umgekehrt. Ballke: „Da sind wir günstiger als das Umland und günstiger als Münster.“ Natürlich könne man sagen, man wolle junge Familien mehr fördern. Dieses Geld müsste aber an anderer Stelle eingespart werden. Ballke: „Den Kindern solide Finanzen zu hinterlassen, ist auch ein großer Wert.“
Und auch eine Finanzierung durch freiwillige Leistungen sei keine Lösung, meinte Bürgermeister Jochen Paus. „Das müsste von der Allgemeinheit getragen werden. Auch bei Eltern, deren Verdienst über 73000 Euro liegt“, so Paus. Dabei hätten die auch die Möglichkeit, die Betreuungskosten steuerlich geltend zu machen. Zudem müsse man auch andere Faktoren betrachten: „Die Spielgruppen nutzen kostenlos Gemeinderäume und wir haben für zwei Kindergärten Grundstücksflächen im Wert von 270 0000 Euro zur Verfügung gestellt“, so Paus. Und wenn man einen Bauplatz in Altenberge kaufe, spare man locker 50 000 Euro im Vergleich zu Münster. Paus: „Viel Geld.“
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