Fr., 02.01.2015

Schnelle Netze Digitale Infrastruktur dringend ausbauen

Greven - 

Beim 10. Mittelstandsforum stand das Thema digitale Dateninfrastruktur im Vordergrund. Die Referenten waren sich dabei einig, dass in Deutschland noch viel getan werden muss, will man international nicht den Anschluss verlieren.

Jubiläum einerseits – Topaktualität andererseits: Chancen und Herausforderungen der digitalen Infrastruktur standen im Mittelpunkt des 10. Mittelstandsforums, zu dem der Grevener MIT-Vorsitzende Dr. Christoph Kösters Referenten aus Wissenschaft und Praxis am FMO begrüßte.

Thorsten Brockmeyer, stellvertretender Geschäftsführer des FMO, betonte die Wichtigkeit des Themas auch für den Flughafen und den Airportpark. Dieses sei neben der Verkehrsanbindung und dem Arbeitskräfteangebot das dritte wichtige Kriterium für Unternehmensansiedlungen.

Sehr kritisch analysierte Hauptreferent Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Co-Vorsitzender CNetz e. V. und Lehrstuhlinhaber Medienökonomie und Medienmanagement an der Universität Paderborn, die Ist-Situation. im Vergleich zu den enormen Herausforderungen, vor denen die Wirtschaft stehe. Zunächst stellte er klar, dass digitale Infrastruktur nicht nur die Versorgung mit Breitbandkabel bedeute, sondern auch den mobilen Datenverkehr sowie sämtliche Dienste rund um Kommunikation beinhalte. Rasante Veränderungen hätten bisher schon den Buchhandel und die Musikindustrie revolutioniert, jetzt stünden weitere, zum Teil auch deutsche Schlüsselindustrien unter Druck. Beispiele hierfür seien die Autoindustrie (selbststeuernde Fahrzeuge), Energiedienstleister (intelligente Heizungssysteme) und Medizintechnik. Das I-Pad als „Sinnbild für diese disruptive Technologie“ verdeutliche beispielhaft die Veränderung in der Produktwelt, da es verschiedenste Funktionen weit über die reine Telefondienstleistung in einem Gerät verschmelze. Die Politik habe mit der Verabschiedung der Digitalen Agenda im Sommer reagiert. Neben dem aus dem erweiterten Infrastrukturbegriff resultierenden Anforderungen komme es aber auch auf die Datensicherheit (Stichwort Cloud-Technologie) und den Datenschutz an.

Jeroem van de Lagemaat, Geschäftsführer der NDIS. aus Enschede, entwickelt schwerpunktmäßig für Unternehmen und Gewerbegebiete in den Niederlanden und im Münsterland technische Lösungen rund um Fragen der digitalen Infrastruktur zur Verbesserung der lokalen und regionalen Standortfaktoren. Die maximale Verfügbarkeit bezahlbarer Bandbreite und IT-Dienstleitungen stehen dabei im Mittelpunkt. Den in der digitalen Agenda der Bundesregierung angestrebten Mindeststandard von 50 Mbit/s hält er – ebenso wie Müller-Lietzkow – für deutlich zu niedrig. Die Niederlande, aber auch Estland mit seinen vergleichsweise bescheidenen volkswirtschaftlichen Ressourcen seien hier sehr viel weiter.

Diese Auffassung vertraten auch Andreas Wilker, Mitglied der Geschäftsführung Bechtle Systemhaus Holding AG und Friedhelm Brügge, Geschäftsführer der geoCapture GmbH & Co. KG. Sie forderten aber auch die Anwender aus Industrie und Mittelstand auf, sich im eigenen Interesse mehr mit dem Thema Digitalisierung zu beschäftigen. Brügge vermisst neben dem Ausbau von Glasfasernetzen auch die Errichtung eines ausreichend dimensionierten Rechenzentrums im nördlichen Münsterland.

Kooperationen über die Landesgrenzen hinaus seien, so Kösters in der anschließenden Diskussion, erforderlich. Gerade auf Landesebene „laufen aber die Investitionen falsch“, kritisierte Müller-Lietzkow.

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