So., 18.01.2015

Generalversammlung Feuerwehr Eine neue Kostenfalle am FMO?

Ernste Gesichter - diskutiert wurde auf der Versammlung der Feuerwehr im Ballenlager auch das heiße Eisen „Flughafenfeuerwehr“.

Ernste Gesichter - diskutiert wurde auf der Versammlung der Feuerwehr im Ballenlager auch das heiße Eisen „Flughafenfeuerwehr“. Foto: Jannis Beckermann

Greven - 

Schrumpft die Flughafen-Feuerwehr? Muss die Greven gar künftig Hallen und Geräte der Wehr am FMO unterhalten? Viele Fragen gab es dazu am Rande der Generalversammlung der Feuerwehr. Antworten allerdings sind noch rar. Die Debatte hängt auch mit dem Kostendruck beim FMO zusammen.

Von Jannis Beckermann

Eigentlich war es nur ein Detail, dem bei der Generalversammlung der Feuerwehr bis auf Kreisbrandmeister Reinhard Meyer niemand nur einen Satz schenken mochte. „Die Pläne sind nicht ausdiskutiert“, bemühte sich Bürgermeister Vennemeyer im Nachhinein gar, die Thematik herunterzuspielen. Dennoch steht fest: Für Grevens Stadtsäckel kommt es teuer, sollte jenes Vorhaben Realität werden, das der Kreisbrandmeister in Vertretung des Landrats als das „heiße Eisen Flughafenfeuerwehr“ umriss.

Konkret geht es um Überlegungen aus FMO-Führungskreisen, die flughafeneigene Feuerwehr zu verkleinern, um Kosten für den defizitären Airport einzusparen. So könnten die Brandschutz-Aufgaben auf den Kernbereich des Flugbetriebs beschränkt werden. Die Verantwortung für die Gebäude, zum Beispiel die Terminals, müsste dann verstärkt Greven als zuständige Kommune übernehmen, deutete Meyer einen „Mehraufwand“ an, „den wir schon in den Griff bekommen“, gab er sich vor der versammelten Truppe selbstsicher.

Das Problem: Entsprechend bezahltes, zusätzliches Feuerwehrpersonal würde über Jahre den Grevener Haushalt belasten. Nicht allein deshalb sieht man die Pläne im hiesigen Rathaus kritisch. „Schon die Tatsache, dass der Kreis FMO-Gesellschafter und der Landrat gleichzeitig Aufsichtsbehörde ist, macht die Sache schwierig“, so ein wortkarger Peter Vennemeyer auf WN-Nachfrage zum Thema.

Ganz anders gab er sich bei der Feuerwehr-Jahresschau in Sachen „Starkregen“, dem prägenden Ereignis für Grevens Feuerwehrkräfte im abgelaufenen Jahr. „Wir können stolz auf unsere sieben Löschzüge sein“, lobte er den 54-Stunden-Einsatz der Rettungskräfte. Sein Flut-Fazit glich dabei jener Bilanz, die Wehrführer Matthias Wendker zog. Die Notfallpläne, vor allem die überörtliche Unterstützung, hätten sich während dieses „schweren Schicksalsschlags“ bewährt.

Umso erstaunlicher liest sich die Jahresstatistik (siehe Infokasten), in der die Gesamteinsätze auf 292 in 2014 zurückgingen. Der Clou: Die 800 Alarmierungen, die allein am 28. Juli eingingen, sind dort als ein einziger Einsatz aufgefasst. Was bleibt, ist der Durchschnitt von praktisch einem Einsatz pro Tag. Der wacheigene Rettungswagen ist sogar 8,5-mal täglich unterwegs.

Ein „PPP-Modell“, das bei all diesen Einsätzen Abhilfe schaffen soll, stellte Wehrführer Wendker am Freitag vor. Hinter dem Buchstabendreiklang steckt eine beim Textilunternehmen Setex stationierte Löschgruppe der öffentlichen Feuerwehr, die eine dortige Betriebsfeuerwehr ersetzt. Im Ernstfall sind die ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die bei Setex arbeiten, direkt vor Ort. „Sie können aber auch Brände in der Umgebung schneller, weil ohne Zwischenstopp, an der Wache anfahren“, erklärte Wehrführer Matthias Wendker das Konzept, das nach seinem Willen weitere Nachahmer in Grevens Wirtschaft finden soll.

Die versammelten Feuerwehrkräfte freuten sich indes über das Geschenk, das Setex-Mann und Wifo-Chef Klaus Struffert zur Vertragsunterzeichnung überbrachte. „Die ersten 100 Liter gehen heute auf mich“, gab er sich spendierfreudig. Es war das Ende einer insgesamt versöhnlichen Versammlung – die offenen Fragen zum FMO ausgenommen.

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