Fr., 05.06.2009

Greven Kein Platz für sieben Kinder

Von Thomas Starkmann

Greven . Die Diskussion drehte sich im Kreis. „Es ist schlicht und einfach der mangelnde Raum“, brachte Erich Schmitte , Fachdienstleiter Schulen bei der Stadt, das Dilemma auf den Punkt. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist, wie so oft in Greven, das mangelnde Geld, ohne das es keine kurzfristige Lösung gibt. Als es bei der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Jugendhilfeausschuss um das Thema Offene Ganztagsschule (OGS) ging, hagelte es Appelle en masse. „Wir können die Hände nicht in den Schoß legen“, sagte Marianne Pier ( CDU ). „Es kann doch nicht sein, dass wir für Bildung kein Geld haben“, sagte Theo Große Wöstmann (SPD). „Die Schmerzgrenze ist erreicht“, sagte Gerd Epping von Lernen Fördern. Bei den Schulleitern, die fast geschlossen der Sitzung beiwohnten, hatte sich dagegen schon fast Fatalismus breit gemacht. „Geld was nicht da ist, kann man nicht in die Hand nehmen“, sagte Marion Birgoleit von der Lutherschule. Sie hat dieses Jahr noch einmal Glück gehabt. Ihre 48 Schüler aus der OGS haben nur deshalb Platz gefunden, weil zusätzliche Räume im Martin-Luther-Haus angemietet werden konnten.

Schlechter sieht es an der Josefgrundschule aus. Hier mussten erstmals sieben Kinder abgewiesen werden. „Die Eltern stehen bei mir auf der Matte“, forderte Schulleiter Josef Berkenheide eine rasche Lösung. Die ist aber nicht in Sicht. Erst auf der nächsten Schulausschusssitzung im September will die Verwaltung Perspektiven aufzeigen, wie es weitergehen könnte. Eine von einigen Mitgliedern geforderte Sondersitzung noch vor den Sommerferien stieß auf wenig Gegenliebe. „Was soll das bringen“, fragte Fachbereichsleiter Edgar Hengstmann. Eine Umschichtung von Haushaltsmitteln, die einige Ausschussmitglieder ins Spiel brachten, sei haushaltsrechtlich nicht möglich. Und der nächste Haushalt steht erst im nächsten Frühjahr zur Debatte.

Insgesamt sind in Greven 427 Kinder in der OGS, das sind rund 30 Prozent aller Grundschüler - Tendenz zunehmend. „Wir wussten, dass die Zahl steigt, aber nicht, dass sie so stark steigt“, sagte Ausschussvorsitzender Bez. Ob man nicht mehr Tagesmütter einsetzen könne, wollte Michael Kösters-Kraft von den Grünen wissen. Aber auch dort ist das Ende der Fahnenstange schon erreicht. „Wir sind mit dem Bestand an Tagesmüttern ausgebucht“, musste Jugendamtsleiter Konrad Dömer einräumen. Im Sommer werde man kräftig die Werbetrommel rühren, um zusätzliche Tagesmütter zu rekrutieren. Doch es gebe auch gesetzliche Grenzen. „Die Betreuungszeit muss mindesten 15 Stunden sein, sonst gibt es keine Kostenerstattung.“ Ein Bedarf an zwei Nachmittagen sei da nicht ausreichend, das müssten die Eltern schon privat regeln. Bez beendete die Diskussion schließlich: „Wir haben der Verwaltung deutlich gemacht, dass wir ein dickes Problem haben.“

Leserkommentare

Google-Anzeigen
Anzeige

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/461684?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F699018%2F699158%2F