So., 04.07.2010

Greven Eine grandiose Premiere

Von Axel Engels

Reckenfeld - Eine grandiose Premiere feierten die fünf Frauen von „Dietutnix“ am Freitagabend vor begeistertem Publikum auf der Freilichtbühne in Reckenfeld. Mit dem neuen Programm „Gut durchgelüftet“ geht der Wahnsinn in einem wunderbaren Sommermärchen weiter, erobern „Dietutnix“ gleich den Olymp .

Normalerweise gibt man die Premiere eines neuen Programms erst einmal vor kleinerem Kreis, um an den Feinheiten zu feilen und Reaktionen besser einschätzen zu können. Aber das hatten „Dietutnix“ nicht nötig, nach einem gemeinsamen, noch etwas verhaltenem „Peter Fox“-Lied ging es ohne Atem zu holen durch eine von Sagengestalten durchwachsene Welt. Die Sterne holten „Dietutnix“ an diesem Tag nicht vom Himmel, aber dafür eroberten sie die Herzen der über 700 Besucher im Sturm, besetzten gar als weiß gekleidete Göttinnen den Olymp. Und der konnte da nur gewinnen, Aphrodite und Co. beäugten die Welt von diesem hohen Standpunkt mit Sinnlichkeit und Leidenschaft. Leicht berauscht vom Ambrosia glänzte da Ingrid Helmer im Göttinnengewand, ließen Susi und Steffi ihren Charme spielen und entdeckte Heike gar ihre Sinnlichkeit bei den Gedanken an Herkules.

Dem widmete sie dann auch gleich das erste Sololied, bei dessen Inspiration und Innigkeit dieser männliche Prototyp sicherlich errötet wäre. Aber natürlich bevölkerten gleich ganze Heerscharen von Märchenfiguren die sommerlich aufgeheizte Bühne. Susanne Anders suchte ihren Märchenprinz im alltäglichen Wahnsinn zwischen Karriere und Haushalt, wobei sie sich dann ihre Wunden leckend im Morgenmantel für die entspannte Welt zwischen beiden Extremen entschied. Dornröschen hatte in Sabine Hollefeld eine süffisante Protagonistin gefunden, die ihre Fans mit Grazie und Esprit um den Finger wickeln konnte. Da musste irgendwann natürlich Ingrid Helmers mit dieser Fabelwelt abrechnen, wortgewandt machte sie dies mit einem markanten „Märchen, nein danke!“. Einzigartig in ihrer Verwandlungskunst traf man auf Sabine Hollefeld und Steffi Windhoff als Jean Pütz und Assistentin Eva, die sich neben den Löchern im Strumpf gleich auch mit dem Ozonloch und den A-Löchern der Politik beschäftigten. Stepptanz in Vollendung gab es bei de uralten Klassiker „Rum and Coca Cola“, bevor Heike Knief sich als Frau Antje im blauen Matrosenanzugdie vermeintlichen Sorgen von der Seele plauderte.

Die Mischung von Ensemble und Solonummern stimme bei diesem vierten Programm, bei dem die Regisseurin Ruth Schiffer ganze Arbeit geleistet hat. Denn sie trimmte die fünf Frauen nicht nur auf Erfolg, sondern hatte stets auch die Wirksamkeit der Sketche m Blick. So entstand ein Programm, bei dem an einfach köstlich unterhalten wurde. Bei dem das „Speeddating 80+“und der „Zickenkrieg“ gleich einem permanenten Angriff auf die Lachmuskulatur des begeistert mitgehenden Publikums wirkte. Und solch einen zu Herzen gehenden französischen Chanson wie das Lied „Überall kneift die Hose“ von Sabine Hollefeld hätte selbst Gilbert Becaud zu Tränen gerührt. Diese nordische Göttin in rotem Gewand revolutionierte den Olymp, glich mit ihrem Hammer dem streitsüchtigen Gott Thor.

Aber auch die schönste Dinge gehen einmal zu Ende und so war es leider ach mit diesem Abend.“Akropolis Adieu“ hätte auch Mirelle Mathieu nicht inniger singen können. Bei der Zugabe sangen dann alle begeistert mit beim extra eingeforderten „Hosen-Lied“.

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