Fr., 24.09.2010

Greven Die Lebensfreude steckt an: Zu Besuch in der St. Charles School

Von Gunnar A. Pier

Iringa - Draußen haben die Scouts schon Aufstellung genommen. Zweier-Reihen, Flötentöne , militärischer Gruß. Sie sind die Eskorte für den hohen Besuch. Mit ernstem Blick marschieren sie voran und bringen die Gäste aus Greven in die neue Veranstaltungshalle. Symbolträchtiger könnte dieser Moment nicht sein, denn der neue Multifunktionsbau auf dem Gelände der St. Charles School wurde nicht zuletzt durch die Unterstützung aus Greven möglich. Und dafür will sich die Schule jetzt bedanken.

Seit 2004 unterstützt die Lukas-Gemeinde die Schule im Landesinneren der ost-afrikanischen Stadt Iringa. Viele tausend Euro kamen seither zusammen und helfen dabei, die Schule aufzubauen. Denn das Schulgeld ist allenfalls symbolisch: 60 000 Shilling zahlen die Eltern derzeit. Das sind etwa 33 Euro - pro Jahr, wohlgemerkt. Aber mehr als diesen Betrag möchte die Schule nicht nehmen. Denn Bildung gilt auch hier als wichtigster Schlüssel für die Entwicklung der Menschen und des Landes. Jeder soll sie sich leisten können.

Ohne fremde Hilfe geht es nicht - kein Wunder, dass sich die St. Charles School von ihrer besten Seite zeigt, als vier Grevener um Paul Pier aus der St.-Lukas-Afrikagruppe sie besuchen. Viel Musik, Sketche und teils akrobatischer Tanz: Mit einem fast zweistündigen Programm zeigen die Schüler, was sie können - und wie viel Lebensfreude ihnen durch den manchmal tristen Alltag hilft. Leuchtende Farben und strahlende Kinder - die gute Laune springt unweigerlich über.

„We Thank You For Your Goodness“, steht auf einem Plakat hinter der Bühne. Fast beschämt sitzen die Grevener in der Mitte und sind überwältigt von der Dankbarkeit, die sie hier stellvertretend für all die Spender daheim erfahren. „Jeder kann sich mit seinen Talenten einbringen“, erklärt Schwester Victoria das Schulfest - es hat auch einen Nutzen für die Schüler. Wie schön!

Ein leichter Wind weht durch die offenen Türen, die mehr als 500 Schüler in ihren roten Pullovern sitzen in Reih und Glied auf dem Boden und verfolgen die Aufführungen. „Wir können nur helfen, das Gebäude zu bauen und Schulbücher zu kaufen“, formuliert Paul Pier in einer teils in Kisuaheli gehaltenen Ansprache - um dann an die Kinder zu appellieren: „Macht das Beste draus!“ Er betont, wie wichtig Bildung ist, und dass die Spender in der Ferne nicht mehr tun könnten als gute Rahmenbedingungen zu schaffen - lernen muss am Ende jeder selbst.

„Sie haben einen großen Beitrag geleistet“, sagt Schwester Victoria am Rande des Fests. Dann zeigt sie die Anlage. 1998 begannen die indischen Schwestern damit, am Rande von Iringa diese Schule aufzubauen. Inzwischen gibt es genügend Klassenräume, ein Gebäude für die Schwestern, planierte Sandflächen zum Spielen und die neue Mehrzweckhalle.

Trotzdem ist noch viel zu tun: Es fehlen ein vernünftiges Büro, ein Naturwissenschaftsraum, Computer-Arbeitsplätze und ein befestigter Spielplatz. Wichtiger noch: eine richtige Küche. Derzeit wird das Essen für die Schüler in einer Hütte aus Wellblech zubereitet, der Eimer zum Spülen steht im Sand. Schwester Victoria hat die Küche schon geplant. Jetzt wartet sie, bis genügend Geld zur Verfügung steht.

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