Greven
Service steht an erster Stelle

Mittwoch, 23.03.2011, 17:03 Uhr

Greven - Der Konkurrenzdruck zwischen den Krankenhäusern ist groß, der finanzielle Druck ebenfalls, als mit den Fallpauschalen ein neues Vergütungssystem eingeführt wurde. Deshalb ist es auch für das Maria-Josef-Hospital in Greven wichtig, Patienten zu binden und neue zu gewinnen. Hier setzt Diplom-Kaufmann Markus Schiermann an, der seit Juli 2010 Leiter der Patientenverwaltung des Marienhospitals Emsdetten und des Maria-Josef-Hospitals Greven ist.

Patientenverwaltung - ein abstrakter Begriff. Patienten verwalten, was bedeutet das? Schiermann: „Nehmen wir an, ein Krankenhausaufenthalt steht bevor. Dieser ist für den Patienten mit vielen Fragen und einer Portion Ungewissheit verbunden. Ist es das richtige Krankenhaus für mich, wie werde ich behandelt? - das geht ihm durch den Kopf. Für uns als Patientenverwaltung steht deshalb Service rund um den Patienten an erster Stelle. Wir sehen uns als modernes Dienstleistungsunternehmen, das mit christlichen Werten und einer modernen Struktur agiert.“

Das bedeutet: Der stationäre oder ambulante Aufenthalt soll für den Patienten so angenehm wie möglich gestaltet und die Abläufe seinen Bedürfnissen angepasst werden. Für Markus Schiermann beginnt deshalb die Betreuung des Patienten schon vor dem operativen Eingriff. Neben einer optimalen, sicheren und vor allem hochwertigen medizinischen Behandlung der Fachabteilungen bietet die Patientenverwaltung ihren „Kunden“ umfangreiche Serviceleistungen an.

Markus Schiermann: „Uns ist es wichtig, dass sich der Patient schon vor Beginn des Krankenhausaufenthaltes wohlfühlt und für ihn alle formalen Fragen geklärt werden. Das fördert den Heilungsprozess und gibt dem Patienten Transparenz.“ Alles beginnt bereits mit dem Eintreffen des Patienten im Krankenhaus. Bei der Anmeldung sind gleich die ersten formalen Fragen zu klären: Versicherung, Wahl von Privatleistungen wie Einbett- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung und die stationäre oder ambulante Abrechnung. Die Patientenverwaltung sorgt für Bereitstellung und Abrechnung von Fernsehen und Telefon und bietet sogar einen Patientenbotendienst zu öffentlichen Einrichtungen.

Schiermann: „Wenn die Behandlung des Patienten abgeschlossen und er entlassen wird, ist für uns die Arbeit längst nicht getan. Denn eine Behandlung kostet und diese Kosten fordern wir jetzt von der jeweiligen Krankenkasse ein.“ Das ist im Normalfall unproblematisch, doch manchmal hakt die Krankenkasse nach und hinterfragt die Rechnung des Krankenhauses über die erbrachten Leistungen. Denn auch die Kassen wollen sparen und sind deshalb bemüht, die Kosten zu drücken.

Legt eine Kasse Einspruch ein, übergibt die Patientenverwaltung den Fall an das Medizincontrolling. Wird keine Einigung mit der Kasse erzielt, dann prüft der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) den Sachverhalt. Schiermann: „In den meisten Fällen gibt es dann eine Einigung, manchmal muss die Kasse zurückstecken, manchmal müssen wir nachgeben. Ärgerlich ist nur, dass die Verfahren bis zu einem halben Jahr und länger dauern können und wir so lange auf einem Teil der Kosten sitzenbleiben.“

Ohne Patienten kann kein Krankenhaus existieren und seit der Einführung der Fallpauschale ist der Wettbewerb immens gestiegen. Schiermann: „Wir sehen den Patienten inzwischen mehr als Kunden, der in einer Wohlfühl-Atmosphäre bedient werden will. Krankenhäuser sind heute komplexe Wirtschaftsbetriebe, die betriebswirtschaftliche Methoden anwenden müssen, um auf den dynamischen Märkten des Gesundheitswesens bestehen zu können. Und: Der Patient sucht sich das Haus aus, in dem er sich am wohlsten fühlt - und gibt das dann auch als Mundpropaganda weiter.“

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