Kunst im kirchlichen Raum
Di., 31.01.2012
Blumen, Boote und Bäche
Die Wahl-Reckenfelderin Dagmar Dahmen stellt bis Ende März eine Auswahl ihrer Bilder im Pfarrheim, im Schatten der Franziskus-Kirche, aus.
Reckenfeld -
Der Pastoralreferent der Lukas-Gemeinde ist gleichermaßen baff und zufrieden. 15 Hobbykünstler haben sich gemeldet. Sie wollen ausstellen. Den Anfang macht: die Wahl-Reckenfelderin Dagmar Dahmen.
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Es war ein unscheinbarer Aufruf in den WN: Hobby-Künstler gesucht. Ein Aufruf, der seine Wirkung nicht verfehlt hat. „Es gab 15 Rückmeldungen“, berichtet ein staunender Markus Hachmann. Der Pastoralreferent der Lukas-Gemeinde ist gleichermaßen baff und zufrieden. Mit einer solch enormen Resonanz hatte er nicht gerechnet. Aber sie zeigt: Die Idee, Kunst im Pfarrheim St. Franziskus auszustellen, war keineswegs aus der Luft gegriffen. Im Gegenteil: Sie lässt sich mit Leben füllen. „Wir wollen den Künstlern die Möglichkeit geben, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren“, fasst Hachmann die Idee zusammen.
In lockerer Folge werde künftig alle drei Monate neue Kunst in den Gängen des kirchlichen Gebäudes zu sehen sein – jeweils dem Verlauf der Jahreszeiten folgend. Theoretisch reichen die Bewerbungen also für die nächsten Jahre. „Die Aktion soll auch zeigen: Wir sind ein buntes Haus“, verweist Hachmann auf den übergeordneten Aspekt.
Den Anfang macht die Wahl-Reckenfelderin Dagmar Dahmen. Die Premieren-Künstlerin zeigt in den Pfarrheim-Gängen seit einigen Tagen eine Auswahl ihrer Bilder. Landschaften sind dabei, abstrakte Collagen und Naturdarstellungen. Auch technisch ist Dahmen vielseitig: Ob Öl, Acryl, Aquarell oder Enkaustik: Die 68-Jährige bedient sich gern einer breiten Palette von Ausdrucksmöglichkeiten, um ihre künstlerischen Vorstellungen umzusetzen.
Ihre Inspiration bezieht sie aus ihrem direkten Umfeld: Eine Reise in die Toskana hatte eine Reihe von blumenreichen und vor Farbe sprühenden Motiven zur Folge, einen Spaziergang entlang der Glane nutzte Dagmar Dahmen, um das idyllisch dahinplätschernde Gewässer in einem Bild festzuhalten, und auch ein eindrucksvoller Regenbogen schaffte es später auf die Leinwand.
Ein Element fasziniert die Malerin dabei besonders: „Vor allen Dingen Wasser“, sagt sie auf die Frage, was ein Bild beinhalten müsse, um sie selbst anzusprechen. Ein Bach oder See, ein paar verträumt schaukelnde Boote, ein malerischer Himmel – gleich mehrere solcher Kompositionen finden sich in der Dahmen-Sammlung wieder.
„Ich mache das einfach für mich. Ich mal so, wie ich es will“, sagt sie. Massengeschmack? Nichts für sie. „Ich freue mich natürlich, wenn jemand sagt, dass ihm das gefällt. Wem würde das nicht gefallen?“ Aber ihr kreatives Schaffen am Geschmack der Betrachter auszurichten? Das kommt für Dagmar Dahmen nicht in Frage. Vielmehr lässt sie sich beim Malen einfach von Lust und Laune leiten. So tauchten auf einem toskanischen Haus-Motiv wie von Geisterhand Frauenfiguren auf, die die Künstlerin dort anfangs gar nicht eingeplant hatte.
Zum Malen kam die gebürtige Grevenerin übrigens eher durch Zufall. Ein Gipsbein fesselte sie vor acht Jahren ans Haus. Der eigene Stand auf Kreativmärkten, an dem sie figürliche Töpferkunst anbietet, ruhte für Wochen – Zeit, die Dagmar Dahmen nutzte, um sich Pinsel und Farbe zuzuwenden.
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