Eine spannende Gegend für Kinder

Mi., 08.02.2012

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Professor Peter Conrady liebt das Südviertel / Startschuss zu Beginn der 50er-Jahre

Eine spannende Gegend für Kinder : Professor Peter Conrady liebt das Südviertel / Startschuss zu Beginn der 50er-Jahre

Das ganze Südviertel auf einem Foto? Das ist fast unmöglich. Denn rund 6000 Menschen leben hier in dem riesigen Gebiet südlich der Grabenstraße. Im Bild der südliche Teil des Südens. Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Wenn Peter Conrady von seinem Viertel erzählt, kommt er förmlich ins Schwären. „Hier kann man wunderschön leben und sich wohlfühlen“, erzählt er mit einem Strahlen. Dabei lebt er „erst“ seit 1979 im Südviertel, das zu Beginn der 50er-Jahre seinen Anfang nahm.


Die Initialzündung für das Viertel war wohl der Bau der Marien-Kirche. Nach und nach siedelten sich die Grevener in diesem neuen Wohngebiet an. Viele von ihnen arbeiteten in einem der großen Textilunternehmen. Von der „Weber-Siedlung“ spricht Conrady deshalb. Die Grundstücke, die verkauft wurden, waren damals – im Vergleich zu heutigen Dimensionen – gigantisch groß. „Unter 1000 Quadratmeter ging damals gar nichts“, weiß Conrady, der sich mit der Geschichte des Viertels beschäftigt hat. Als es darum ging, einen Platz für das geplante Haus zu finden, gingen die Conradys ganz pragmatisch vor. „Wir haben eine Karte genommen und uns die Umgebung von Münster angeschaut“, erinnert er sich. Die Wahl fiel auf Greven. „Nicht zuletzt wegen der hervorragenden Infrastruktur, die ja auch heute noch so vorhanden ist.“ Die Wahl fiel auf ein Grundstück am Fiskediek. „Hier war früher ein Löschteich, danach stand hier eine große Halle der Spedition Hartmann“, erinnert sich Conrady. Diese Halle, in der früher die Wagen für den Kinderkarnevalszug gebastelt wurden, musste den Häusern weichen. Die Entscheidung für das Südviertel hat die Familie Conrady nie bereut. „Es gab ein reges Leben im Viertel, nicht zuletzt aufgrund der regen Kirchengemeinde mit den beiden Kirchen an der Grabenstraße und der Vogelstiege.“ Das Gemeindeleben sei etwas ganz Besonderes gewesen. Das habe sich aber nach der Kirchen-Fusion leider deutlich abgekühlt. „Das ist nach der Zusammenlegung der Gemeinden alles weg.“ Die Conradys gehen oft im Viertel spazieren. „Es ist faszinierend, die Veränderungen zu beobachten“, erklärt Conrady. Aus den ehemals kleinen Häusern auf den großen Grundstücken wurde nach und nach mehr. „Die Schweineställe wurden zu Garagen umgebaut, die Häuser nach und nach immer größer.“ Das könne man noch heute an den andersfarbigen Klinkern beobachten. Und jetzt würden so langsam die alten Weber einer nach dem anderen sterben. „In den vergangenen Jahren wurde mehr und mehr abgerissen, neu gebaut, wurden auch die großen Grundstücke aufgeteilt“, weiß Conrady. „In den vergangenen fünf Jahren hat sich da Wesentliches geändert, das alte traditionelle verschwindet mehr und mehr.“ Veränderungen könnten aber natürlich auch positiv sein. „Und der Charakter des Viertels bleibt dabei meiner Meinung nach durchaus erhalten.“ Conrady liebt diese „gestandene“ Siedlung, ihre Nähe zur Stadt aber auch ihre Nähe zur Natur mit Stadtwald und den Wäldern entlang des Siedlungsweges. „Eine spannende Gegend für alle Kinder.“ Und da ist die Siedlerklause. Eine Eckkneipe, wie sie fast nirgendwo mehr gibt. „Wo sollte die anders stehen, als im Südviertel?“, fragt Conrady und ihm ist anzusehen, dass er sein Viertel innig liebt.

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