Gemeinsam über jede Hürde

Do., 02.02.2012

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Zwei Integrative Lerngruppen geplant

Gemeinsam über jede Hürde : Zwei Integrative Lerngruppen geplant

Kinder mit Behinderung sollen künftig Regelschulen besuchen können – so fordert es die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Foto: dpa

Greven - 

Eltern von Kindern mit Förderbedarf dürfen hoffen, dass ihr Nachwuchs ab diesem Sommer am inklusiven Unterricht an einer der weiterführenden Schulen in Greven teilnehmen kann. Dafür sollen eine, wahrscheinlich sogar zwei so genannte Integrierte Lerngruppen (IGL) eingerichtet werden. An welcher Schule diese verankert werden, ist noch offen. Besprochen wurde diese Frage bei einem Treffen der städtischen Verwaltungsspitze mit den Schulleitern im Januar. „Dabei haben alle Schulleiter zugesichert, diesen Weg mitzugehen“, sagte Bürgermeister Peter Vennemeyer im Schulausschuss am Mittwochabend. Daher sei eine IGL grundsätzlich an jeder der weiterführenden Schulen in Greven möglich, namentlich an der zu gründenden Gesamtschule, der Anne-Frank-Realschule und am Gymnasium. Jedoch verdeutlichte Frank Hänel, in der Stadtverwaltung für die Schulen zuständig, dass die Stadt die Entscheidung über die Einrichtung der IGL nicht selbst treffen könne. Dafür sei die Schulaufsicht, sprich: die Bezirkregierung, zuständig. Man könne die Entwicklung vor Ort lediglich unterstützen, indem man Bereitschaft signalisiere. Dies ist nach Auskunft von Vennemeyer auch bereits erfolgt.

Von Oliver Hengst

Sollte es ab Sommer eine oder zwei IGL in Greven geben, können Eltern ihre Kinder jedoch nicht direkt an den jeweiligen Schulen anmelden. Stattdessen wird die Schulaufsicht die Kinder „zuweisen“ – was im Anmeldeverfahren zu mancherlei Verwirrung führen dürfte. Um betroffenen Eltern Orientierung zu geben, sagte Vennemeyer zu, Informationen zusammenzustellen, aus denen die jeweiligen Eltern ersehen könnten, wie sie vorzugehen haben und wer ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.

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Derzeit gibt es in Greven sechs künftige Fünftklässler mit Förderbedarf, wahrscheinlich werden bis zum Sommer weitere Eltern entsprechende Anträge stellen, so dass sich die Stadt auf etwa zehn Kinder einstellt. Diese könnten in zwei IGL mit jeweils fünf Förder-Kindern betreut werden. Die Schulen bekommen zusätzliche Lehrerstellen gewährt, um den erhöhten Aufwand des inklusiven Unterrichts stemmen zu können.

Inklusion ist an den Grevener Schulen bereits verankert: Die Marien- und die Martini-Grundschule gibt es bereits gemeinsamen Unterricht, die Haupt- und die Johannes-Förderschule kooperieren, unterhalten bereits eine Integrative Lerngruppe, und auch in den Kitas werden Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreuet und gefördert.

Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert nun für Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – das schließt den Unterricht an einer Regelschule ein.

Michael Zweihaus (SPD) sieht „alle drei Schulen gleichberechtigt im Rennen“. Inklusion dürfe sich nicht nur auf die AFR und die Gesamtschule beschränken. Auch das Gymnasium sei gefordert. Dessen Leiter Dr. Volker Krobisch betonte, dass es am Gymnasium schon seit Jahren eine Integrationsgruppe für Kinder mit Hochbegabung gebe, die im Regelschulbetrieb oft nicht angenommen werden können.


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