Naturschutzgebiet ist kein Stadtpark

Di., 07.02.2012

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Tierwelt der Rieselfelder leidet

Naturschutzgebiet ist kein Stadtpark : Tierwelt der Rieselfelder leidet

Großer Stauteich: Die letzten eisfreien Wasserflächen sind heiß begehrt. Für Menschen gilt für das Naturschutzgebiet der Rieselfelder grundsätzlich ein Flächenbetretungsverbot. Foto: nn

Gimbte - 

Die Rieselfelder sind ein international bedeutsames Vogelschutzgebiet. Auch im Winter rasten hier einige Arten, deren Lebens- und Überwinterungsraum anderswo vernichtet oder zumindest zu stark gestört ist. Als Naturoase sind die Rieselfelder aber auch immer ein Fluchtpunkt für gestresste Städter, die sich hier bei einem Spaziergang in der Natur regenerieren können. Wer vom Aussichtsturm auf die noch teilweise offene Wasserfläche des großen Stauteiches blickt, sieht, dass selbst im Winter doch einige Arten hier rasten.


So benötigen die Gänse vor allem Wasserflächen und offenes Grünland. Gerade jetzt, wo das Futter – die Energie – knapp wird, ist es wichtig für die Tiere, dass sie nicht zu viel Energie verschwenden, zum Beispiel bei einer Flucht vor freilaufenden Hunden oder Menschen, die sich nicht an das allgemein gültige Wegegebot halten. Aber wer aufmerksam die Wege entlang spaziert, wird auch gewahr, dass zahlreiche kleine Vögel Schutz und Nahrung in Gebüschen und dem Schilf suchen. Auch beherbergen die Rieselfelder einen bei uns äußerst selten gewordenen Gast, die Rohrdommel. Ein sehr störungsempfindlicher Vogel aus der Familie der Reiher. Wenn das Futterangebot stimmt und Schilfflächen ruhig genug sind, könnte diese Art vielleicht auch hier brüten. In erster Linie ist es die Aufgabe, in den Rieselfeldern den Zustand zu erhalten, der möglichst vielen gefährdeten und auch vom Aussterben bedrohten Vogelgemeinschaften Nahrungs- und Lebensraum bietet. Das Problem beginnt immer dort, wo der Mensch neigt in Massen aufzutreten und zudem nur seinen eigenen Erholungs- oder gar nur Spaßinteressen nachkommt. Je mehr Menschen auf den randlichen Flächen an der Coermühle waren, um so mehr Menschen versuchten am vergangenen Wochenende tiefer in die Rieselfelder vorzudringen. An der Coermühle und auch am Hessenweg regierte wildes Parken. Dass man an Straßen nicht einfach parken darf, weiß auf einmal kein Führerscheininhaber mehr. Um 12 Uhr war die Coermühle bereits zu, an der Gaststätte Heidkrug (gerade mal 1000 Meter vom Brennpunkt des Geschehen) standen zu diesem Zeitpunkt erst acht Autos. Grundsätzlich gilt für das Naturschutzgebiet der Rieselfelder ein Flächenbetretungsverbot. Eine Duldung mag im begrenzten Maß ökologisch vertretbar sein, aber wenn zu viele Menschen kommen leidet darunter die Tierwelt der Rieselfelder. Die Rieselfelder sind kein Stadtpark und keine Eissporthalle, sie sind ein international bedeutsames Vogelschutzgebiet. Nach Möglichkeit sollten andere Eisflächen im Stadtbereich aufgesucht werden, heißt es in der Pressemitteilung der Rieselfelder.

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