Steiniger Weg zum Schmuckstück

Fr., 03.02.2012

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Nutzergruppe unter dem Dach des Reckenfelder Bürgervereins will alten Munitionsschuppen erhalten

Steiniger Weg zum Schmuckstück : Nutzergruppe unter dem Dach des Reckenfelder Bürgervereins will alten Munitionsschuppen erhalten

Der Boden hat es in sich: Auf eine dünne Betonschicht wurden seinerzeit Balken aufgebracht, die wiederum die Bodendielen aufnahmen – in der Depot-Zeit eine übliche Bauweise. Ferdi Mehl (links) und Klaus-Dieter Niepel wollen sich von den Problemen nicht abschrecken lassen. Foto: oh

Reckenfeld - 

Ambitioniert ist das Vorhaben. Ehrgeizig allemal. Aber auch machbar, finden Ferdi Mehl und Klaus-Dieter Niepel. Die Mitglieder des Reckenfelder Bürgervereins haben einen gemeinsamem Traum: Der ehemalige Munitionsschuppen mit der Adresse Lennestraße 17 soll ein Haus der Geschichte werden. Eine Stätte, an der mit Ausstellungen die Reckenfelder Geschichte dokumentiert werden soll, die aber auch ein Treffpunkt für historisch Interessierte werden soll. Eine Art Heimathaus also, mithin etwas, das fast jeder Ort vorweisen kann. Reckenfeld nicht. Bislang.


Damit der Traum Realität wird, haben Mehl, Niepel und einige Mitstreiter bereits erste Schritte eingeleitet. Vor allem Gespräche mit der Stadt als Eigentümerin gehörten dazu. Aber auch mit Bau-Experten nahm die fünfköpfige Gruppe schon Kontakt auf, um zu klären, wie aus der baufälligen Immobilie ein nutzbares Gebäude werden könnte. Im besten Fall sogar ein echtes Schmuckstück.

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Dass es erhaltenswert ist, steht für die Ideengeber außer Frage. Schließlich ist der Munitionsschuppen der letzte seiner Art und somit prädestiniert, die Entstehungsgeschichte des Ortes zu veranschaulichen. Bei einer Begehung mit einem Architekten habe dieser signalisiert, dass „alles halb so wild“ sei, fasst Mehl zusammen. In den Wänden sei keine Feuchtigkeit. „Das ist schon mal viel wert.“

Die größte Sorge bereitet derzeit der Pilz in der Bodenkonstruktion, der auch die Caritas-Tafel als Vornutzer in die Flucht trieb. Gegen den substanzzersetzenden Parasiten könne man Chemie einsetzen, hat Mehl erfahren. Um die Immobilie vor Verfall zu schützen, wollen die Nutzer eine Heizung und Dämmung einbauen. Dafür stellen sie sich auf viel Eigenleistung ein. „Ich bin sicher, dass wir die Hilfe bekommen, wenn wir sie brauchen“, setzt Niepel auf arbeitswillige Helfer. Klar sei aber auch: „Wenn man ehrenamtlich tätig ist, geht es nicht so schnell, als wenn man eine Firma beauftragen könnte.“

„Wir möchten das Haus mit Leben füllen“, fügt er hinzu. Nicht nur Museum, sondern auch Begegnungsstätte solle das Haus daher werden. Geplant ist, durch das Einreißen nicht tragender Mauern zwei größere Räume entstehen zu lassen, von denen einer Veranstaltungen mit bis zu 30 Personen aufnehmen könnte.

„Wir wollen die Nüchternheit und Schlichtheit des Gebäudes herausarbeiten“, blickt Mehl voraus. Möglichst rasch nach einem nötigen Beschluss des Rates soll es mit den Bauarbeiten losgehen. Im April oder Mai könnte es soweit sein. Sponsoren, die Geld oder Material zur Verfügung stellen wollen, stehen offenbar bereit. Weitere seien gern gesehen.

Die Hoffnung des Bürgervereins ist, dass die Stadt dem Verein das Haus zur Nutzung überlässt. Im Gegenzug erfahre das Gebäude eine bauliche Aufwertung, von der die Stadt profitiere, argumentiert Mehl.

Sobald man die Baustelle abgeschlossen habe, will man Vitrinen und Infotafeln aufstellen, die Platz für Exponate und Dokumente bieten, die den einzigartigen Entstehungsprozess des Ortes Reckenfeld dokumentieren sollen. Ehrgeizig. Aber machbar.


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