Vögel hungern, Pflanzen dürsten
Mo., 06.02.2012
Natur und Garten trotzen der Kälte
Idyllisch ist derzeit ein Ausritt entlang der Ems. Der Natur macht die andauernde Kälte aber zu schaffen.
Greven -
Auf der Ems in Greven schwimmen derzeit deutlich mehr Enten und Rallen als gewöhnlich. Und mit etwas Glück lässt sich sogar ein Eisvogel beobachten. Für Robert Tüllinghoff, Ornithologe bei der Biologischen Station Kreis Steinfurt, ist das kein Zufall. „Für Vögel, die offenes Wasser brauchen, gibt es derzeit wenig andere Möglichkeiten.“ Viele Gewässer, in denen der Eisvogel sonst Fische jagt, sind zugefroren. „Die Bestände des Eisvogels haben schon in den vergangenen zwei Wintern gelitten“, rechnet Tüllinghoff mit harten Zeiten für den schillernden Vogel.
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Angst, dass den Enten die Füße abfrieren, muss man nicht haben. „Die Vögel haben den Blutfluss so geregelt, dass sie nicht über die Extremitäten auskühlen“, sagt Tüllinghoff. Und auch das aufgeplusterte Gefieder schützt gut vor Kälte. Tüllinghoff hat beobachtet, dass viele Vögel jetzt die Nähe des Menschen suchen. Die Tiere zu füttern macht für ihn Sinn. „Früher fanden die Vögel beispielsweise rund um die Bauernhöfe viel mehr Sämereien und Getreidereste. Das vergessen Gegner der Winterfütterung oft.“ Ungemütlich wird es jetzt für Koj-Karpfen und andere Bewohner im Gartenteich. Damit die Fische nicht tiefgefroren werden, empfiehlt Matthias Dupke, Leiter des Raiffeisen-Marktes. eine Wassertiefe von mindestens 80 Zentimetern. Außerdem sollte immer eine Stelle offen gehalten werden, damit man etwas füttern kann und Faulgase entweichen können, die sich im Teich entwickeln. „Aber dafür dürfte es jetzt zu spät sein“, räumt Dupke ein. Zu spät dürfte es auch für viele Kübelpflanzen sein, die jetzt noch in Terrakotta-Töpfen in der Kälte ausharren. „Auf keinen Fall sollte man sie der Sonne aussetzen“, rät Ruth Dübjohann vom gleichnamigen Gartenbaubetrieb. Denn das Wasser, das sie dann verdunsten, können die Wurzeln nicht aus dem gefrorenen Boden nachliefern – die Pflanzen vertrocknen. Problematisch sei, dass im Gegensatz zum Vorjahr die isolierenden Schneeschicht fehlt. Ihr Tipp: „Alles, was man irgendwie abdecken kann, sollte man auch abdecken.“