Mo., 19.03.2012

Menschen mit Behinderung beraten andere Menschen mit Behinderung Betroffene beraten besser

Menschen mit Behinderung beraten andere Menschen mit Behinderung : Betroffene beraten besser

Am Samstag wurden die fünf Berater, die sich bereits für das Programm gemeldet haben, umfassend in der Karderie geschult. Foto: chs

Greven - 

„Tandemberatung“ und „Peer Counseling“ sind zwei Begriffe, die Diplom-Sozialarbeiterin Marita Dirks-Kortemeyer besonders gerne nutzt. Kein Wunder, schließlich verbirgt sich hinter dem Programm das junge Küken, welches sich als neue Beratungsform bei der Lebenshilfe künftig etablieren soll.

Was mit dem Projekt gemeint ist, kann die Sozialarbeiterin schnell erklären: „Menschen mit Behinderung beraten andere Menschen mit Behinderung. Auf Wunsch der Ratsuchenden werden Berater, die selbst betroffen sind, neben den professionellen Sozialarbeitern hinzugezogen.“ Am Samstag wurden die fünf Berater, die sich bereits für das Programm gemeldet haben, umfassend in der Karderie geschult. Unter der Leitung von Jana Gunnemann, ebenfalls Diplom-Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin der Lebenshilfe, die bereits ein Seminar des Landesverbandes zu dem Thema besucht hatte, wurden relevante Gesprächsformen erprobt, Inhalte diskutiert und mit einem Rollenspiel in die Praxis übergegangen. „Wir haben uns vier Stunden Zeit genommen, um das Know-how zu entwickeln und haben so schnell herausgefunden, welches Rüstzeug noch fehlt“, fasst die Sozialpädagogin in einer kurzen Mittagspause die Tagesordnung zusammen. Das Projekt ist bereits im Januar mit den ersten Treffen gestartet. Mittlerweile ist auch die Unterstützung der „Aktion Mensch“ zugesichert. Über zwei Jahre werden Beratung und besonders die Schulung durch Zuschüsse gefördert, so dass auch eine Aufwandsentschädigung für die engagierten Beteiligten garantiert werden kann. Für Julian Gehrke, der sich als Berater gemeldet hat, ist es von großer Bedeutung, anderen Menschen alltägliche Tipps zu geben und das „in einer einfachen Sprache, denn schließlich wollen wir ja Menschen mit geistiger Behinderung erreichen.“ Begriffe wie „Inklusion“ oder „Krisenkoordination“ werden auf dem ersten Flyer, der jetzt entwickelt wird, deshalb keinesfalls zu finden sein, sondern durch leicht verständliche Synonyme ersetzt. Daneben sind die nächsten Ziele der insgesamt siebenköpfigen neuen Beratungsgruppe, regelmäßige Sprechzeiten festzulegen und auf sich aufmerksam zu machen. Beim Pausengespräch kommt die Idee auf, auch einen Internetauftritt zu entwerfen, um noch mehr Menschen mit Behinderung zu erreichen. Diese können sich dann künftig von Menschen, die sich mit Themen wie Auszug, persönliches Budget und Freizeitgestaltung selbst schon beschäftigt haben, umfassend und kompetent beraten lassen. „Das alles ist zwar für uns Hauptamtliche ein viel größerer Aufwand, aber folgerichtig der notwendige und sinnvollste Entwicklungsschritt“, fasst Marita Dirks-Kortemeyer die Arbeit zusammen. Dass sich die große Mühe lohnt, werde sich sicherlich bei den ersten erfolgreichen Beratungsgesprächen in der nächsten Zeit zeigen. Wer Interesse an der neuen Methode hat, kann sich gerne bei der Lebenshilfe melden, ' 5 88 48 15.

Google-Anzeigen

Leserkommentare

 

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 1 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 1/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend


Anzeige

 

WN-Markt Anzeigen

Schnäppchen, Reisen und Bekanntschaften in Ihrer Nähe



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/826466?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F698703%2F698704%2F684765%2F