So., 08.07.2012

„Dietutnix“ auf der Freilichtbühne Begeisterung im Doppelpack

„Dietutnix“ auf der Freilichtbühne : Begeisterung im Doppelpack

Ein Prinzessinnentreffen der besonderen Art: Ein Höhepunkt des Programms von Dietutnix war die Parodie des Damenquintetts auf den europäischen Hochadel von Maxima bis Mette-Marit. Foto: Axel Engels

Reckenfeld - 

Gleich an zwei ausverkauften Abenden erschütterte das Lachen des Publikums die idyllische Freilichtbühne. Einem Orkan gleich fegten die Frauen von Dietutnix über die Bühne.

Von Axel Engels

Gleich an zwei ausverkauften Abenden erschütterte das Lachen des Publikums die idyllische Freilichtbühne . Einem Orkan gleich fegten die Frauen von Dietutnix über die Bühne, setze diese kultigen Truppe zur Eroberung der Herzen der Fans mit ihrem permanenten Angriff auf die Lachmuskulatur an. „Egal, wat de machs, mach‘ et richtig“ als Start ihres neuen Programms „GeBAUCHsanweisung“ zeigte mit Stepeinlagen gewürzt sofort, dass sie ihrem Erfolgsrezept aus Kabarett, Tanz, Comedy, Musik und Intellekt treu geblieben sind - und das im fünften Programm ungebrochen auf ganz hohem Niveau.

Die Powerfrauen brannten ein Feuerwerk der Sketche ab, die Stimmung kochte sofort jenseits des Siedepunktes. Die grandios aufgelegte Sabine Hollefeld erklärte zu Beginn, warum Frauen wie sie Probleme mit der Figur hätten:

Mit ihrer umherschweifenden Selbstironie vergoldete sie zusammen mit Ingrid Helmers ihre Sichtweise weiblicher Vormacht, bevor sie erst einmal, gestresst von solcher Anstrengung, unter das Sauerstoffzelt verschwinden musste. Zündstoff für die süffisanten Eskapaden lieferte die große Politik für Dietutnix so ganz nebenbei. Ingrid Helmes als perfekte „unser aller Kanzlerin“ plauderte genüsslich in bester Merkel-Manier. Beim glitzernden Prinzessinnen-Treffen mit dem Song „Müssen kurz noch unser Geld retten ...“ nach Tim Bendzko waren alle vereint - Heike Knief als Charléne von Monaco, Susie Anders als spanische Letizia, Steffi Windhoff als weißes Pulver schniefende Mette-Marit aus Norwegen , Ingrid Helmers als volksnahe Máxima aus den Niederlanden und natürlich Sabine Hollefeld auf ihrem Steckenpferd als Camilla Parker Bowles. Britisch bis in die letzte Faser des Reitkostüms hatte sie für dieses Treffen extra den Ärmelkanal überquert. Mit Piccolos bewaffnet ließ es sich im aristokratischen Kreise bestens plaudern, degradierten sie Bunte und Co. zu papiergewordenen Schlaftabletten.

Im Kühlschrank fühlten sich Dietutnix ebenfalls pudelwohl. Zu Remoulade, Tomate, Geflügelwurst und Pastakäse mutiert, wurde ihr Treiben gar zur Abrechnung auf die heutigen Ernährungsgewohnheiten. Wenn Susanne Anders als nach Spanien emigrierte Tomate Antje allem die Krone aufsetzte mit ihrer in reinstem „Holländisch“ vorgetragenen Selbsteinschätzung „sie könne lügen ohne rot zu werden“, blieb kein Auge trocken.

Heike Knief bot als versierte Pianistin gehobene Kunst. Sie verdiente sich ein Zubrot aus Werbetantiemen, indem sie mit Bravour bekannte Werbemelodien in die Appassionata-Sonate von Beethoven mischte. Die heutige Jugend bekam auch ihr Fett weg. Zum Abchillen wählten sich Susanne Anders und Steffie Windhoff den „dreidimensional mit Bäumen dekorierten Wald“ aus und gingen dort auf Pilzsuche. Dabei entdeckten sie für die vom Internet geschädigte Generation eine ganz unbekannte Welt.

Mit ihren Songs eroberten sie den Pop-Olymp. Wunderkerzen und Feuerzeuglichter erstrahlten, als Sabine Hollefeld ihren hitverdächtigen Song „Ich hab‘ Sommer“ über die Auswirkungen der Wechseljahre anstimmte. Im Reigen der vielen Zugaben durfte natürlich auch der Hollefeld-Hit über die kneifende Hose nicht fehlen. Mit einem sanften Schlaflied schickten Dietutnix ihr vom Lachen ausgepowertes Publikum nach Hause.

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