Di., 02.06.2015

Krankenhaus in Emsdetten schließt „Es gibt keine Alternative dazu“

In Emsdetten laufen die Verhandlungen über die Verwertung der Immobilie, die noch das Krankenhaus beherbergt. In Greven (Foto)  geht der Betrieb weitgehend unverändert weiter.

In Emsdetten laufen die Verhandlungen über die Verwertung der Immobilie, die noch das Krankenhaus beherbergt. In Greven (Foto)  geht der Betrieb weitgehend unverändert weiter. Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Nun ist auch das Insolvenzverfahren über das Vermögen der „ckt.Dienstleistungs-GmbH“ eröffnet worden. Derweil soll rasch über sämtliche notwendigen und möglichen personellen Versetzungen von Emsdettener Krankenhaus-Mitarbeitern an die Krankenhäuser in Steinfurt und Greven entschieden werden.

Im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Marienhospital Münsterland GmbH sind die Verhandlungen über einen Sozialplan mit der Gesamt-Mitarbeitervertretung der Krankenhausgesellschaft abgeschlossen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Insolvenzverwalter hervor. Parallel dazu habe man personelle und organisatorische Maßnahmen im Wesentlichen mit den katholischen Stiftungen abgestimmt, damit diese im Juli 2015 die Krankenhäuser in Steinfurt (Mathias-Stiftung) und Greven (Franziskus-Stiftung) jeweils voll einsatzfähig übernehmen können.

Im Krankenhaus Emsdetten musste die Nephrologie – abgestimmt mit den zuständigen Aufsichtsbehörden – am 1. Juni geschlossen werden. Ab Mitte Juni wird die Viszeralchirurgie in Emsdetten geschlossen, im Krankenhaus Steinfurt werden entsprechende Intensivkapazitäten aufgebaut. Die Orthopädie, die Endoprothetik sowie die bis dahin noch in Emsdetten verbliebenen Leistungen der Intensivstation werden am letzten Juniwochenende geschlossen. Der Rettungsdienst wird das Krankenhaus Emsdetten letztmals am 26. Juni anfahren, die chirurgische Ambulanz sowie die Notfallversorgung bleiben bis einschließlich 1. Juli geöffnet.

In der ersten Junihälfte sollen in Abstimmung mit den Stiftungen und den beteiligten Mitarbeitervertretungen sämtliche notwendigen und möglichen personellen Versetzungen an die Krankenhäuser in Steinfurt und Greven entschieden sein. Ein Wechsel in die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft ab dem 1. Juli wird ebenfalls im Laufe des Juni nach persönlichen Gesprächen angeboten. Notwendige Kündigungen zum 31. August wurden vor diesem Hintergrund bereits ausgesprochen (unsere Zeitung berichteten).

„Gut vier intensive Monate nach dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens haben wir die Weichen gestellt, zwei Krankenhausstandorte und rund 1000 Arbeitsplätze zu erhalten. Den Mitarbeitern, für die es keine Aufgaben mehr geben wird, bieten wir für bis zu zwölf Monate den Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft an“, erklärt der Generalbevollmächtigte, Dr. Jörg Bornheimer von der Sozietät GÖRG. 

„Jeder hat sich in seinem Verantwortungsbereich für die beste Lösung eingesetzt, dafür gebührt allen Beteiligten Respekt. Ich bitte alle dringend, sich so sachlich wie möglich mit den Maßnahmen und Angeboten auseinanderzusetzen. Letztendlich haben die Beschlüsse der Gläubigerversammlung Anfang des Monats die längst überfällige Klarheit für die Beschäftigten wie auch für die Patienten in der Region geschaffen.“

Sachwalter Dr. Frank Kebekus von Kebekus & Zimmermann unterstützt die Vorgehensweise der Geschäftsführung: „Es gibt keine Alternative dazu, die Beschlüsse umzusetzen, da andere Angebote nicht vorlagen.“

Angesichts der Arbeitsmarktlage für Krankenhaus- und Pflegekräfte geht die Leitung der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft davon aus, dass die weit überwiegende Mehrheit der Beschäftigten zeitnah eine neue berufliche Herausforderung finden wird.

Eigenverwaltende Geschäftsführung und Sachwaltung werden sich mit der zukünftigen Nutzung der Immobilie und der Verwertung weiterer Vermögenswerte in Emsdetten auseinandersetzen. Auf Grundlage der nunmehr beschlossenen Maßnahmen wird Kebekus mit den Stiftungen über die Zukunft der „ckt.Dienstleistungs-GmbH“ verhandeln.

Kebekus wurde am 12. März zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Dienstleistungsgesellschaft bestellt. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der „ckt.Dienstleistungs-GmbH“ wurde am 1. Juni eröffnet.

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