Fr., 18.12.2015

Alles noch ganz geheim: Ein Prinz, der locker aus der Hüfte schießt

Nur Jo Schreiber kam mit offenem Visier zum Redaktionsbesuch. Prinz und Pünte blieben vermummt.

Nur Jo Schreiber kam mit offenem Visier zum Redaktionsbesuch. Prinz und Pünte blieben vermummt. Foto: KG Emspünte

Greven - 

Prinz und Pünte, völlig vermummt, verraten beim Interview kaum etwas über sich. Nur so viel: Der Prinz duzt den Bürgermeister und treibt sich viel im Rathaus rum.

Jo Schreiber ist ein bisschen hibbelig. „Hoffentlich sieht niemand die Beiden“, sagt er und wirkt nervös. Er, der „God-Father der Stadtprinzen“, hat ja eigentlich Routine. Routine, wenn es darum geht, ein Geheimnis zu bewahren, das jedes Jahr wieder für mächtig Spekulationen sorgt. Denn nur er und zwei weitere Menschen in Greven wissen, wer der nächste Stadtprinz wird. Hier das Protokoll eines Redaktionsbesuchs. Aufgeschrieben von Peter Beckmann

Werden Sie eigentlich oft nach dem Namen gefragt?

Jo Schreiber: Nein, so direkt natürlich nicht. Aber viele versuchen es doch hinten herum, versuchen, mir irgendwelche Kleinigkeiten zu entlocken.

Und: Schon mal verplappert?

Schreiber: Nee, bislang ist das immer noch gut gegangen. Obwohl: Das ein oder andere mal konnte ich mich gerade noch zurückhalten, Details zu verraten, die eventuell auf die Spur geführt hätten.   In dem Moment klopft es an der Tür. Schreiber verlässt den Raum und kommt mit zwei in Wollmützen mit Augenschlitzen Maskierten zurück.

Was soll das denn? Ist das ein Überfall? Hier gibt es nix zu holen.

Schreiber: Ruhig bleiben. Das hier ist das neue Prinzenpaar. Wie man sieht aber noch anonym.

Die sehen aber in der Aufmachung ziemlich närrisch aus . . .

Schreiber: Es sind ja auch Narren von ganzem Herzen. ( Schreiber schüttelt sich vor Lachen )

Sie haben gut lachen. Sie kennen die beiden. Aber irgendwie kommt mir der Prinz in spe so vom Outfit bekannt vor. Hab ich Sie nicht schon mal öfter im Rathaus gesehen?

Der Prinz is spe: Kann sein. Da bin ich wohl öfters. Sie habe ich da auch schon mal gesehen.

Was machen Sie denn so im Rathaus? Arbeiten Sie da etwa?

Prinz in spe: Nein, das wäre mir zu anstrengend. Da mach ich doch lieber das, was ich so mache.

Das wäre?

Prinz in spe: Das wüssten Sie wohl gerne. Nur so viel: Ich bin selbstständig.

Und was treiben Sie dann im Rathaus? Besuchen Sie den Bürgermeister?

Prinz in spe: Nein, nicht immer. Aber ich kenne den Peter ganz gut.

Sie duzen den Bürgermeister?

Prinz in spe: Ja klar. Ist doch auch ein netter Kerl.

Sie und Ihre Pünte sehen so sportlich aus. Treiben Sie Sport?

Prinz und Pünte in spe: Eigentlich weniger. Aber wir sind beide Fußballfans. Die Liebe zu Preußen Münster vereint uns.

Und in der Bundesliga? Welcher Verein ist da Ihr Favorit?

Prinz in spe: Verrate ich nicht. Nur so viel: Grün ist meine Lieblingsfarbe.Der Prinz in spe zupft an seiner Mützen-Maske herum und bekommt einen Knuff von der Pünte in spe.

Sieht ja bald aus wie ein altes Ehepaar?

Pünte in spe: Nee, das sind wir wahrlich nicht. Aber wir haben viel miteinander zu tun. Ab und zu muss ich halt mal auf meinen Prinzen aufpassen. ( Beide lachen )

Aber ist doch kein Wunder, dass der Prinz in spe an seiner Mütze zupft. Tragen Sie immer eine Brille?

Prinz in spe: Ja klar. Ohne bin ich blind.

Sie beide plaudern so locker. Sie haben beide öfter mit Menschen zu tun, stimmt’s?

Pünte in spe: Ja, natürlich. Das bringt allein mein Beruf mit sich.

Arbeiten Sie denn in Greven?

Pünte in spe: Nein, leider muss ich immer nach Münster fahren. Aber mein Prinz arbeitet hier in Greven.

Die Session ist ja dieses Jahr extrem kurz. Ärgert Sie das eigentlich?

Prinz in spe: Nein, überhaupt nicht. Eigentlich ganz im Gegenteil. Ich bin ja selbstständig, da hat man nicht so viel Zeit zum Feiern. Ich finde es gut, die Karnevalszeit kurz, aber dafür um so intensiver zu feiern. Das wird sozusagen eine geballte Narrenzeit.

Und am 9. Januar geht es mit der Prinzenproklamation los. Schon ein bisschen Muffensausen vor dem großen Auftritt?

Prinz in spe: Nein, das sehe ich ganz locker. Ich werde auch keine große Rede vorbereiten. Ich habe zwar Respekt vor diesem Auftritt. Aber ich bin mehr der spontane Typ, der locker aus der Hüfte schießt.

Da passen Sie mal schön auf, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht . . .

Pünte in spe: Ich bin ja an seiner Seite und stehe ihm bei. Das bekommen wir locker hin. Und wir wollen ja vor allem Spaß haben und mit den närrischen Grevenern feiern.   Jetzt beginnt auch die Pünte an ihrer Woll-Maske herum zu zupfen.

Doch ein bisschen nervös?

Pünte in spe: Nervös? Nee. Aber setzen Sie sich mal so ein Ding auf. Ist ganz schön warm darunter, und die Frisur macht das sicher auch nicht lange mit.

Hat der Prinz in spe denn auch Frisur-Probleme?

Prinz in spe: Mir ist zwar auch warm, aber eine Frisur habe ich nicht so wirklich. Kurze Haare.

War ja bislang ein nettes Gespräch. Aber den ein oder anderen Tipp könnten Sie mir und den Lesern eigentlich noch geben?

Prinz in spe: (überlegt) Ich bin ein Fischliebhaber.

Toller Tipp. Da fallen mir aber sofort tausende Kandidaten ein. Oder hat das etwas mit ihrem Lieblings Bundesliga-Club zu tun?

Auf einmal wird Jo Schreiber nervös. „Ist gut jetzt. Wir müssen gehen“, drängt er und schiebt Prinz und Pünte in spe zur Tür hinaus. Er kommt mit den beiden Masken wieder und tupft sich den Schweiß von der Stirn.

Was ist denn los, Herr Schreiber. Sind wir zu nah ’ran gekommen?

Schreiber: Nein, aber den beiden war es doch sehr warm.

Na, so richtig überzeugend klingt das nicht. Aber jetzt mal so unter uns: Wer sind die beiden denn?

Schreiber: Netter Versuch. Aber das bleibt bis zum 9. Januar ein Geheimniss.

Wenn Sie sich nicht verplappern.

Schreiber: Passiert schon nicht. Und abgesehen davon: Ich sag’ jetzt nix mehr.

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