Do., 07.04.2016

Sekundarschule Entscheidung fällt im Juli

Nach dem Willen von SPD, Grünen, Linke und Reckenfeld direkt s oll im AFR-Gebäude eine Sekundarschule eingerichtet werden. Ob es tatsächlich so kommt, entscheiden Eltern aktueller Zweit- und Drittklässler.  

Nach dem Willen von SPD, Grünen, Linke und Reckenfeld direkt s oll im AFR-Gebäude eine Sekundarschule eingerichtet werden. Ob es tatsächlich so kommt, entscheiden Eltern aktueller Zweit- und Drittklässler.   Foto: oh

Greven - 

Der Weg zu einer Sekundarschule ist möglich – wenn denn die Eltern signalisieren, dass sie ihn gehen wollen. Der Schulausschuss hat dafür den Weg geebnet, gegen den erbitterten Widerstand von CDU und FDP. Eine leidenschaftliche Debatte ging dem Entschluss voraus.

Von Oliver Hengst

Ohne Mikro ging nichts: Der Ratssaal platzte aus allen Nähten. Auf Transparente hatten Besucher der Schulausschusssitzung zwar verzichtet, sich dafür aber mit kritischen Fragen präpariert. Folge: Die „Einwohnerfragestunde“ dauerte eine Dreiviertelstunde.

Ein Ex-AFR-Schüler verwies darauf, dass die Bezirksregierung schon vor Jahren betont habe, dass eine Sekundarschule neben Gymnasium und Gesamtschule nicht funktioniere. Der Ausschussvorsitzende Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) entgegnete, dass eben diese Experten der Bezirksregierung bestätigt hätten, dass eine Förderung von Hauptschülern an der Realschule nicht gelingen könne. „Auch für diese Kinder muss aber in Greven Platz sein.“

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In meiner Klasse waren ein Drittel der Schüler aus Altenberge und Nordwalde. Die haben keinen seelischen Schaden erlitten, weil sie mit dem Bus fahren mussten.

Ein ehemaliger AFR-Schüler

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Martina Schumacher, bis vor wenigen Tagen an der AFR tätig, fragte provokant, ob es „wirklich um das Wohl der Schüler“ gehe. Sie bemängelte, „dass seit geraumer Zeit auf Frau Ackermann herumgehackt wird.“

Matthias Greulich von der Jungen Union erkundigte sich nach der Möglichkeit, die Gesamtschule zu erweitern. Rund 500 bis 600 Quadratmeter zusätzlicher Platzbedarf erfordere ein weiterer Gesamtschul-Zug, rechnete Frank Hänel von der Stadtverwaltung vor – im Marienschulzentrum nicht zu machen. Keine konkrete Antwort erhielt Joseph Panhoff ( CDU ) auf seine Frage nach der Verteilung der an der Gesamtschule aufgenommen und abgelehnten Schüler mit Haupt-, Realschul- und Gymnasialempfehlung. Dies seien schulinterne Angelegenheiten, sagte Hänel. Was Panhoff argwöhnen ließ, dass die Gesamtschule „eine verkappte Elite-Schule“ sei. Zudem warf er die Frage auf, ob eine Elternbefragung demokratisch sei, wenn eine Minderheit über die Zukunft der Schullandschaft entscheide (obwohl vielleicht eine Mehrheit pro Realschule sei).

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Die Anmeldezahlen an Sekundarschulen sind zum Teil so drastisch zurückgegangen, dass sie um ihren Bestand fürchten müssen.

Olaf Wirl, Freie Wähler

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Wohin mit jenen Schülern, die bislang in den Eingangsklassen oder nach der Erprobungsstufe nicht in Greven unterkommen? Vorschlag der CDU: Warum nicht außerhalb? Busfahrten seien durchaus zumutbar. Grevener, die ihre Kinder lange Jahre zur Gesamtschule in Saerbeck schickten, könnten das bestätigen. Liz Kühlert (CDU) betonte, die AFR sei „eine Schule, die hervorragend funktioniert. Sie wollen die AFR kaputt machen und wir nicht“, sagte sie in Richtung der Sekundarschul-Befürworter. Fraktionskollege Jürgen Diesfeld ergänzte bissig: „In der Sache werden Sie möglicherweise Erfolg haben, im Ergebnis nicht.“ Denn eine Sekundarschule werde kein Realschul-Niveau bieten. Daher werde es auch Verlierer geben. Er wähnte die Grevener Schullandschaft „an der Nahtstelle zu einer neuen Welt“. Zweifel auch bei der FDP: Mechthild Hemmen verwies auf Roxel, „wo die Sekundarschule nicht gut funktioniert“.

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Wir beantworten nicht die Frage nach einer Sekundarschule, sondern wir stellen sie – und zwar an die Eltern jener Kinder, die es betrifft.

Moritz Hauschild, Linke

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Michael Zweihaus (SPD) attackierte die CDU, von der er „mehr Empathie mit den Kinder, um die es hier geht, erwartet hätte“. Man schaffe mit der Sekundarschule ein Angebot für alle Kinder. Die Entscheidung über eine Gründung träfen letztlich die Eltern.

Mit 15:9 Stimmen votierte der Ausschuss dafür, diese auf den Weg zu bringen. Die Befragung (nebst vorheriger Infoveranstaltung) findet vor den Sommerferien statt.

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