„Talking Horns“ in der Kulturschmiede
Die Sprache der Blasmusik

Greven -

Die Musiker des Bläser-Quartetts „Talking Horns“ machten ihrem Namen, Hörner oder, besser gesagt, Blasinstrumente zum Sprechen zu bringen, alle Ehre. Ihr Repertoire: von jazzig-verspielten Stücken über fast Volkstümliches bis hin zur flotten Polka, allesamt angepasst als Bläser-Version.

Sonntag, 10.04.2016, 15:04 Uhr

Die Musiker des Bläser-Quartetts „Talking Horns“ hatten am Freitagabend mehr ein Dutzend Blech- und Holzblasinstrumente mit in die Kulturschmiede gebracht.
Die Musiker des Bläser-Quartetts „Talking Horns“ hatten am Freitagabend mehr ein Dutzend Blech- und Holzblasinstrumente mit in die Kulturschmiede gebracht. Foto: Jannis Beckermann

Egon Koling hatte bei seiner Ankündigung nicht beim Vokabular gespart. „Wirkliche Experten und Virtuosen an ihren Instrumenten“, hatte der KI-Chef den Zuhörern in der Kulturschmiede am Freitagabend versprochen.

Mit Recht, wie das anschließende Konzert beweisen sollte, denn die so gelobten Musiker des Bläser-Quartetts „ Talking Horns“ machten ihrem Namen, Hörner oder, besser gesagt, Blasinstrumente zum Sprechen zu bringen, alle Ehre.

Welche Vielfalt die Gruppe zu bieten hat, bewies allein der Blick auf die Bühne in der Schmiede. Mehr als ein Dutzend Klarinetten, Saxophone, Hörner, Tuben, Posaunen und Trompeten hatten die vier Blech- und Holzbläser für ihren Auftritt dorthin mitgebracht.

In der musikalischen Umsetzung las sich das Programm dann umso abwechslungsreicher – von jazzig-verspielten Stücken über fast Volkstümliches bis hin zur flotten Polka, allesamt angepasst als Bläser-Version.

Mit dabei in dieser Melange zumeist eigener Kompositionen: furiose Tempo- und Rhythmik-Wechsel, die ein gerade noch rasches Stück namens „Ewig und drei Tage“ von einem Moment auf den anderen in ein getragenes verwandelten. Ohnehin: Die Namen, die Titel, die Storys – auch das hat bei den „Talking Horns“ reichlich Witz.

Da bekommt der modische „Trompetenärmel“ eine musikalische Hommage ebenso wie die „Helden von der Schaschlik-Bude“. Anderswo geht’s um „neun Kölsch und vier Korn“, die rein instrumental zu einem kunstvollen Musikstück verwoben werden.

Klar wurde diese Technik am Freitagabend besonders beim Werk zur drängenden kubanischen Hitze. „Eine Erinnerung an eine Konzertreise ins ungeheuer heiße Havanna “, klärte Tuba-Mann Achim Fink das Publikum auf.

Ähnlich schwer und bleiern wie die nächtlichen 35 Grad im sozialistischen Karibikstaat intonierte das Quartett auch das gelungene Stück. Der Griff zum Spezial-Werkzeug wie etwa der Bass-Klarinette durch die beiden Holzbläser Bernd Winterschladen und Andreas Gilgenberg machte es möglich.

Oben drauf kam der fast schon obligatorische „Sandkasten der Jazzmusiker“, wie Bandmann Achim Fink die ähnlich überzeugende Impro-Session augenzwinkernd kommentierte.

Heimlicher Höhepunkt des Konzertabends blieben insgesamt dennoch die eher leisen Momente, in denen beispielsweise Posaunist Stephan Schulze ein Stück mehr zu Ende gurgelte als zu blasen.

Woanders beendete ein klangmalerisches Rauschen im Stile eines Luft-Raus-Lassens eine der vielen Sessions, für die das Publikum zum Schluss nur noch eines tat: kräftig applaudieren.

„Talking Horns“ in der Kulturschmiede

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