So., 24.04.2016

BI Realschule Organisierte Ablehnung

Knapp 100 Mitstreiter kamen am Freitagabend in den Goldenen Stern zur Infoveranstaltung der „Bürgerinitiative Realschule“.

Knapp 100 Mitstreiter kamen am Freitagabend in den Goldenen Stern zur Infoveranstaltung der „Bürgerinitiative Realschule“. Foto: Alfred Riese

Greven - 

Die Befürworter der Sekundarschule müssen sich auf kräftigen Gegenwind einstellen. Das zeigte sich beim Treffen der Bürgerinitiative Realschule.

Von Alfred Riese

Die Sekundarschul-Pläne der grün-rot geführten Ratsmehrheit sind alles andere als ein Selbstläufer. Einen starken Beleg für diese Bewertung der Diskussionslage lieferte die „Bürgerinitiative Realschule “ jetzt, als sie trotz Termin am Freitagabend den Saal im „Goldenen Stern“ mit knapp 100 Mitstreitern füllte. Von Resignation war nichts zu merken. Vielmehr zeigten BI-Sprecher Dr. Karl-Heinz Tölle , Gründungsmitglied Nicole Rottmann und Regine Schwarzhoff, Referentin und Landesvorsitzende des Elternvereins NRW , Kampfbereitschaft und dass noch etliche Pfeile im Köcher sind.

Tölle und Rottmann gaben in der zweistündigen Veranstaltung einen Überblick über das angelaufene Verfahren zur Gründung einer Sekundarschule , dass im Erfolgsfall ein Auslaufen der Anne-Frank-Realschule (AFR) bedeutet. Und sie benannten Stellen, wo ein Einhaken Erfolg verspricht. Zum Beispiel mit starker Elternpräsenz in den politischen Gremien, besonders in der Sitzung des Schulausschusses am 1. Juni, wenn der Text für die Befragung der Zweit- und Drittklässler-Eltern vorgestellt wird. Mit Präsenz bei den offiziellen Infoveranstaltungen, „wo wohl nur über die Sekundarschule informiert wird“, wie Nicole Rottmann befürchtet. Mit dem direkten Herantreten an Grundschuleltern, persönlich, über die Pflegschaften oder in Eltern-Stammtischen, um für das System Realschule und dessen Erhalt zu trommeln. Das erste Ziel dabei, laut Rottmann: Den Eltern klar zu machen, was ihre Stimmen bei der Befragung bedeuten und dass leere Zettel pro Sekundarschule wirken würden.

Das Abarbeiten der Vorteile, die Sekundarschulbefürworter ins Feld führen, erledigte Regine Schwarzhoff vom Elternverein NRW, konsequent im Galopp: Viel blieb nicht übrig. Die in der inzwischen seit Jahren geführten Debatte um die Entwicklung der Schullandschaft in Greven angeführten Argumente bekamen die Teilnehmer des Abends kompakt präsentiert mit der Schlussfolgerung, dass die Vorteile auf Seiten der Realschule liegen und es gilt, Vielfalt und Wahlfreiheit für Eltern gegen eine „ideologisch motivierte Vereinheitlichung“ zu sichern. Ergänzt mit einer als negativ gewerteten Sekundarschulbilanz in der Region traf das den Nerv der Eltern an diesem Abend.

Unterm Strich, kann man Karl-Heinz Tölles Aussagen zusammenfassen, sei eine solche Schule in Greven nicht gewollt und zum Scheitern verurteilt, während sie die funktionierende Realschule endgültig abschaffen würde. Fahrschüler-Argument? Es würden mehr werden, wenn Grevener Kinder an auswärtige Schulen, die keine Sekundarschulen sind, verdrängt würden.

Die Kontaktdatenliste der Teilnehmer war am Ende des Abends gut gefüllt. Die Stichworte Demo, Realschul-„Botschafter“ für Grundschuleltern oder Ratsbürgerentscheid – der Vorschlag kam von der Jungen Union – deuten an, womit es die Sekundarschulbefürworter in den nächsten Wochen zu tun bekommen.

 

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