Deutsches Haus lässt Partei abblitzen
Kein Saal in Greven für die AfD

Greven-Reckenfeld -

Die AfD wollte offenbar im Deutschen Haus den Saal für eine Parteiveranstaltung mieten – und ist abgeblitzt. In einer Demokratie dürfe jeder seine Meinung sagen, argumentierte der Besitzer, „aber nicht unbedingt bei mir“.

Dienstag, 26.04.2016, 12:04 Uhr

Bei einer AfD-Kundgebung in Ahlen gab es auch eine Gegendemonstration. Auf eine solche Konfrontation kann Wirt Michael Hillmann („Deutsches Haus“) gut verzichten. Er vermietet der AfD daher keinen Raum.
Bei einer AfD-Kundgebung in Ahlen gab es auch eine Gegendemonstration. Auf eine solche Konfrontation kann Wirt Michael Hillmann („Deutsches Haus“) gut verzichten. Er vermietet der AfD daher keinen Raum. Foto: Ulrich Gösmann

Kein Platz für die „Alternative für Deutschland“ ( AfD ): Die Partei ist mit ihrem Wunsch abgeblitzt, einen Saal im Deutschen Haus anzumieten. Wirt Michael Hillmann erteilte den Polit-Aktivisten eine Absage. „Ich gehe davon aus, dass sich dann etwas dagegen formiert hätte“, sagt Hillmann. „Auf Demonstranten kann ich aber gut verzichten.“ In einer Demokratie sei es zwar aus guten Gründen erlaubt, „dass jeder seine Meinung sagen darf, aber nicht unbedingt bei mir“, argumentiert Hillmann. Den Anrufer, der sich zunächst als Privatmann ausgab, kannte Hillmann nicht. Er rief aber von einem Emsdettener Anschluss an. Erst im Laufe des Gespräches stellte sich heraus, dass der Saal nicht für private Zwecke, sondern für eine Partei-Veranstaltung der AfD hätte genutzt werden sollen. Hillmann winkte ab – und das Gespräch war beendet.

Mit einer ähnlichen Vorgehensweise ist die AfD auch schon in Emsdetten in Erscheinung getreten – mit ähnlichem Ergebnis. Dort wollte man einen Stammtisch in einer Gaststätte anbieten. Als der Wirt spitz kriegte, dass die AfD dahinter steckt, strich der den Termin kurzerhand.

Bislang hat sich die AfD nach der Hillmann-Abfuhr nicht nach Alternativen im Ort erkundigt. Olaf Rickermann (Landhaus Rickermann) hat nach eigenem Bekunden jedenfalls (noch) keinen Anruf bekommen. Den könnte sich die AfD auch sparen: „Ich habe keinen Bock auf Halb-Nazis“, sagt der Wirt deutlich. Die Masche, einen Saal als Privatperson anzumieten und sie dann für Parteizwecke zu nutzen, kennt er aus dem Kollegenkreis. Sie scheint durchaus üblich zu sein. In Münster habe die AfD damit bisweilen Erfolg beim Buchen von Räumen, hat sich Rickermann berichten lassen.

Abblitzen würde die rechtspopulistische Partei auch bei Peter Schampera (Bagatelle). „Ich will mich nicht in eine politische Ecke drängen lassen.“ Von daher habe die AfD bei ihm genauso wenig eine Chance wie jene Antifa-Gruppierung aus Emsdetten, die neulich bei ihm angefragt habe. Die Aktivisten planten eine große Party mit DJ. „Die wollten das groß aufziehen und haben mir das schön geredet.“ Doch auch die Aussicht auf viele Gäste (mit entsprechendem Umsatz) habe ihn nicht dazu bewegen können, seine Linie aufzugeben. Er will sich möglichst aus politischen Dingen heraushalten, egal ob rechtes oder linkes Spektrum. Das gilt eben auch für die AfD. „Auch die hätte bei mir keine Chance“, stellt Schampera klar.

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