Sekundarschule
Gewittrig

Greven -

Alle streiten. Anders als bei der Gesamtschule für Greven geht das Verfahren im Streit über die Bühne.

Donnerstag, 02.06.2016, 12:06 Uhr

Das Engagement der Realschul-Befürworter ist ungebrochen. Nach der Demo ging‘s in den Ratssaal.
Das Engagement der Realschul-Befürworter ist ungebrochen. Nach der Demo ging‘s in den Ratssaal. Foto: res

Schwüle Luft lag nicht nur überm Rathaus, sie waberte auch durch den Ratssaal und entlud sich immer wieder in einschlagenden Blitzen.

Eigentlich sollte es am Donnerstagabend nur ums Verfahren zur Einrichtung einer Sekundarschule gehen: Fragebogen, Informationsveranstaltungen – all das brachte die politische Sekundarschulmehrheit auf den Weg. Doch im Grunde prallte im Schulausschuss erneut Fundamentalkritik aufeinander. Da agierten die nach der Demonstration aufgeheizten AFR-Eltern, stritten Sekundarschul-Befürworter und -Gegner, präsentierte sich ein dünnhäutiger Schulausschussvorsitzender und wehrte sich ein genervten Schulamtsleiter.

Knapp eine Stunde torpedierten die Eltern Verwaltung und den Ausschussvorsitzenden nicht nur mit Fragen, sondern auch mit scharfen Statements. Kritik, dass bei der Befragung eine Eltern-Minderheit die Mehrheit dominiere, dass für Bäume im Niederort ein Bürgerentscheid angestrebt werde, nicht aber für die Schulkinder. Vorwürfe auch, dass die Politiker gar nicht „die gültigen Lehrpläne einer Sekundarschule“ kennen würden, dass schlechte Erfahrungen mit anderen Sekundarschulen in Konkurrenz zu Gymnasium und Gesamtschule einfach weggedrückt würden, prasselten auf die Politik ein. Linken-Ausschuss-Mitglied Hauschild kommentierte das, was in seinem Rücken passierte, mit „Gejohle wie auf einem Fußballplatz.“ Ausschussvorsitzender Kösters-Kraft wehrte sich gegen Vorwürfe, das Fragerecht der Eltern beschneiden zu wollen: „Das Fragerecht habe ich nicht abgebrochen.“ Bei den fordernden Auftritten der Eltern, sei es aber klar, dass er sich auch zur Wehr setze. Das sah Bettina Kurney, jetzt für die CDU im Schulausschuss, gänzlich anders. „Wie hier mit Bürgern umgegangen wird, ja und in welchem Ton. Das ist unterste Schiene.“ Und auch CDU-Ratsfrau Liz Kühlert wunderte sich über Kritik am Elternauftritt. „Wie oft sitzen wir hier alleine.“

Auch zwischen Verwaltung und Schulleitung gewitterte es mächtig. Als AFR-Chefin Ines Ackermann zu den Abschulungszahlen an der Realschule Stellung beziehen wollte, kam vom Verwaltungstisch eine unübersehbare Schweigeanordnung. Zuvor hatte SPD-Ratsherr Zweihaus der Schule „soziale Exklusion“ vorgeworfen.

Ja, und um die Sache ging es schließlich doch noch. Debattiert wurde über die Informationsveranstaltungen, die an den fünf Grundschulen terminiert wurden. Für die CDU forderte Liz Kühlert vergeblich eine vergleichende Information. Doch auch hier setzte sich die Mehrheit durch. Die beiden Sekundarschulleiter Stritzke (Sassenberg) und Barkowski (Rosendahl, ehemals Hauptschulleiter in Greven ) werden ausschließlich über die Schulform Sekundarschule informieren.

Auch das Thema „Schülerzahlen in Greven“ führte erneut zu einer Kontroverse. Zwar hatte die Verwaltung Schüler-Prognosezahlen aus den Grundschulen zur Verfügung gestellt, doch fehlen weiter die Zahlen über Schulempfehlungen. Liz Kühlert warf der Verwaltung vor, ihre Hausaufgaben nicht gemacht zu haben. Schulamtsleiter Hänel wehrte sich: „Sie kriegen die Zahlen, sobald sie vorliegen.“ In jedem Fall aber rechtzeitig, da der Beschluss über die Errichtung einer Sekundarschule in Greven erst am 28. September fallen werde.

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