Di., 05.07.2016

Ergebnisse der Elternbefragung Sekundarschule vom Tisch

Die Eltern haben in Sachen Sekundarschule eine klare Antwort gegeben. Sie wollen sie nicht.

Die Eltern haben in Sachen Sekundarschule eine klare Antwort gegeben. Sie wollen sie nicht. Foto: Jürgen Christ

Greven - 

Die Eltern haben gesprochen. Mit aller Deutlichkeit haben sie die Pläne einer Sekundarschule für Greven vom Tisch gefegt und fügen damit der politischen Mehrheit aus SPD, Grünen, Linken und Reckenfeld direkt eine empfindliche Niederlage bei.

Von Ulrich Reske

Dunkle Hosen, graue Sakkos – doch Trauer tragen wollen die sechs Rathaus-Entscheider, die am Dienstagmorgen das vorläufige Aus für die Sekundarschule verkündeten, keineswegs. Auch wenn er die persönliche Enttäuschung an diesem Morgen nicht verhehlt, blicken Bürgermeister Vennemeyer und sein Erster Beigeordneter Beckermann nach vorn. „Wir sind froh, dass das Thema abgeschlossen ist.“ Ohne eine entsprechende Befragung sei das letztlich nicht möglich gewesen, ergänzt Dezernentin Beate Tenhaken .

Dass aus Sicht der Befürworter das Ergebnis so niederschmetternd ist – von 782 befragten Eltern der Zweit- und Drittklässler wollten nur 53 Eltern ihre Kinder auf eine Sekundarschule schicken – zeichnete sich bereits während der Informationsveranstaltungen ab. War die erste Veranstaltung mit 30 bis 40 Eltern noch leidlich besucht, halbierte sich die Teilnehmerzahl bei den weiteren Infoveranstaltungen. Die Zielgruppe der Befragung – Eltern von Kindern mit potenzieller Hauptschulempfehlung – habe sich so gut wie gar nicht beteiligt, informierte Schulamtsleiter Frank Hänel . „Das waren nämlich nur neun.“ Auch die Bezirksregierung hatte in einer ersten Reaktion bereits erkennen lassen, dass damit das Thema Sekundarschule vom Tisch sei.

Die klare Entscheidung der Eltern ist das eine, die Schulsituation Grevens das andere. Und da stellte der Bürgermeister unmissverständlich fest: „Das Problem, das wir künftig nicht jedem Grundschulkind in Greven einen Schulplatz anbieten können, haben wir nicht gelöst.“

Die Gesamtschule, das machte Vennemeyer auch klar, habe ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Bleibt die Realschule: „Da werden wir sehen müssen, was wir machen können.“ Als Schulträger, ergänzte der Beigeordnete, wolle man mit allen Schulen gut zusammenarbeiten. Auch als Konsequenz dieser Befragung forderte Beckermann eine Abkehr von der Kirchturmspolitik. „Die Schulentwicklungsplanung muss über die Stadtgrenzen hinweg stattfinden.“ Bei den Förderschulen, ergänzte der Bürgermeister, habe man dieses Ziel auch erreicht.

Auch nach der Entscheidung gegen die Sekundarschule bleibt der Schulbereich für Greven besonders investitionsträchtig. „Laufende und geplante Investitionen belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro,“ fügte Beckermann hinzu. Dass durch den nun nicht vollzogenen Umbau der Realschule zur Sekundarschule Geld gespart werde, sah der Verwaltungsvorstand nicht.

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