Di., 05.07.2016

Erste Reaktionen Enttäuschung hüben – Freude drüben

Ines Ackermann 

Ines Ackermann 

Greven - 

Als Wunschergebnis“ wertet Liz Kühlert (CDU) den Ausgang der Befragung. „Die Deutlichkeit überrascht mich allerdings schon.“ Die Botschaft einer in Greven wohl chancenlosen Sekundarschule sei offensichtlich bei vielen Eltern angekommen. Zudem habe die AFR „einen guten Job gemacht“. Das klare Ergebnis sei auch als Niederlage des politischen Gegners zu werten. „Ganz klar, das muss man so sehen. Der Elternwille ist da falsch eingeschätzt worden.“ Dennoch setzt sie nicht auf Konfrontation, sondern auf Gespräche. „Ich bin vor allem erst mal froh, dass es nun eine Richtung gibt, eine klare Aussage und eine Grundlage, auf der man weiterarbeiten kann. Quälend war zuletzt vor allem die Ungewissheit.“ CDU-Fraktionschef Jürgen Diesfeld hofft darauf, dass die politische Debatte nun in einer anderen Atmosphäre stattfinde als zuletzt. Die politische Mehrheit habe nach dem Motto gehandelt: Wir zeigen Euch wo es langgeht. Der Versuch, „Eltern auf Kurs zu bringen“, sei eindeutig gescheitert. Die Eltern-Mehrheit wüsste die „Qualität des Systems, das wir vorhalten“ zu schätzen. Insofern wertete er den politischen Vorstoß pro Sekundarschule als „völlig verfehlte Diskussion“. Man müsse nun – auch mit den Nachbarkommunen – besprechen, wie man mit Defiziten des Systems umgehe und „wie wir Schüler vermitteln können, die bei uns nicht bleiben können.“ Es dürfe „keine Insellösungen“ und „kein Kirchturmdenken“ mehr geben. Die Sekundarschule sei vom Tisch, insofern sei sicher, „dass wir an dieser Schraube nicht mehr drehen dürfen.“

Von Oliver Hengst

Knapp fiel die erste Reaktion der Sekundarschul-Befürworter aus: „Wir haben uns ein anderes Ergebnis erhofft. Bisher haben sich noch nicht genügend Eltern für eine Sekundarschule entschieden. Das respektieren wir selbstverständlich, auch wenn wir das Ergebnis bedauern. Mit dieser Entscheidung bleibt jedoch das Problem eines unvollständigen Schulangebotes für die Grevener Kinder bestehen und wird sich aus unserer Sicht in Zukunft verschärfen. Hier ist gemeinsames Handeln aller Verantwortlichen gefragt“, heißt es in einer von Michael Kösters-Kraft (Grüne) versandten, gemeinsamen Mitteilung jener Fraktionen, die die Sekundarschule auf den Weg bringen wollten: SPD , Grüne, Linke und Reckenfeld direkt.

Ines Ackermann , die Dienstagfrüh von Vennemeyer persönlich informiert wurde, gab die Info per Durchsage an Schüler und Kollegium weiter. „Großer Jubel war im ganzen Schulgebäude zu hören.“ Ackermann selbst ist vor allem erleichtert. „Wir freuen uns über die Elternentscheidung. Wir atmen jetzt erstmal durch und arbeiten weiter an unserem Schulprofil.“ Die Zahlen der Befragung seien ein „Ergebnis pro Realschule“. Die Eltern hätten sich für die AFR und „für die Realschule als Schulform mit markanten Ausprägungen“ ausgesprochen.

Für Sabine Holtgrefe („Bürgerinitiative Realschule“) ist das Ergebnis „erstmal ein Grund zur Freude. Das entbindet uns aber nicht von der Verpflichtung, uns weiter mit der Problematik zu befassen.“ Natürlich sei man in der BI froh, dass die AFR erhalten bleibe. Die sehr sachliche Arbeit habe sich ausgezahlt. „Wir möchten weiter im Dialog bleiben und sind zu Gesprächen bereit. Die Verantwortung bleibt. Unsere Schule ist gerettet und das war`s – so sehen wir das nicht. Wir wollen weiter mitarbeiten.“ Das Votum belege, dass die Realschule gewünscht sei. Beckermanns Empfehlung, regionale Lösungen zu suchen, habe sie erfreut zur Kenntnis genommen.

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