Do., 08.09.2016

Sekundarschule ist politisch vom Tisch „Kriegen es politisch nicht auf die Reihe“

Eine Sekundarschule wird es in Greven nicht geben.  Die Politik ist (noch) nicht einig, wie es nun weitergeht.

Eine Sekundarschule wird es in Greven nicht geben.  Die Politik ist (noch) nicht einig, wie es nun weitergeht. Foto: oh

Greven - 

Das Thema Sekundarschule ist jetzt auch offiziell vom Tisch. Der Schulausschuss hat einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Von Oliver Hengst

Die Gründung einer Sekundarschule in Greven ist vom Tisch – nun auch offiziell. Der Schulausschuss hat das Verfahren zur Errichtung einer solchen Schule eingestellt. Der Beschluss fiel einstimmig. Anlass war die Elternbefragung, in der die nötige Nachfrage eindeutig verfehlt wurde (unsere Zeitung berichtete).

Doch wie geht es nun weiter? Das Problem, dass nicht alle Kinder einen Platz an einen Grevener Schule bekommen, ist nach wie vor ungelöst. Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) sprach in der Sitzung gar von einer „weiter gehenden Ausgrenzung von Kindern in dieser Stadt“, für ihn ein „unerträglicher Zustand“. Er sieht vor allem die CDU in der Verantwortung, die sich gegen die Sekundarschul-Lösung ausgesprochen hatte. „Sie haben eine Bringschuld. Da muss was kommen.“

Jürgen Diesfeld (CDU) ist überzeugt, dass „in Bälde“ gemeinsam Vorschläge entwickelt werden, „wie das System perspektivisch ausgerichtet werden kann“. Er warnt aber vor Eile. Schnellschüsse sind ungeeignet.“

Eine Antwort hat Michael Zweihaus (SPD) aktuell nicht parat. „Uns ist hier ein gordischer Knoten hinterlassen worden.“ Die Sekundarschul-Idee gescheitert, das Problem aber nicht gelöst. „Wir sind offen gesagt zurzeit ratlos.“ Er setzt auch auf neue Möglichkeiten durch die Landesgesetzgebung.

Ausschussvorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) sieht es ähnlich: Diejenigen, die sich für das bestehende System eingesetzt haben, tragen eine hohe Verantwortung, wie es weitergeht. Verlierer bleiben die Kinder, die in andere Orte wechseln müssen. Das ist nach wie vor eine unbefriedigende Situation – nicht nur für uns, weil wir es politisch nicht auf die Reihe kriegen haben, sondern auch für die Kinder und ihre Bildungschancen. Insofern können wir uns nicht viel Zeit lassen.“ Fraktionskollegin Rieke Bünder gab an, den Elternwillen natürlich zu respektieren, stellte aber die Frage in den Raum, ob der Elternwille auch der Wille der Kinder sei. „Können wir noch andere Wege gehen, um zu ermitteln, was die Kinder eigentlich wollen?“

Eine gewisse Ratlosigkeit hält Moritz Hauschild (Linke) für verständlich - man dürfe nur nicht darin verharren. Wir werden einen Weg finden – auch finden müssen, wie wir allen Grevener Kindern eine angemessene Beschulung ermöglichen.“ Er geht von einem „langen und steinigen Weg“ aus, den man zusammen beschreiten müsse.

Liz Kühlert hatte sich zwar gewünscht, dass nicht alle (hinlänglich bekannten) Argumente nochmals auf den Tisch kommen, konnte dies jedoch auch nicht verhindern und verwies auf den nun klar ermittelten Elternwillen. „Wir reden nicht mehr über Vermutungen oder Prognosen. Wir sollten nicht den Fehler machen, einzelne Zahlen schon wieder zu hinterfragen.“

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