Hannes Wader im Ballenlager
Liedermacher und Legende

Greven -

Hannes Wader hat immer noch so viel zu sagen, seine Worte gehen ganz tief unter die Haut und bewegen die Seele. Der KI Greven ist es gelungen, den wohl letzten großen politischen Liedermacher für eines seiner letzten Konzerte am Mittwoch ins Ballenlager zu verpflichten und das spricht wohl auch für die Qualität und das Renommee dieser Initiative.

Montag, 27.03.2017, 16:03 Uhr

Hannes Wader ist mit 75 Jahre immer noch einer der ganz großen Lyriker, ein Politbarde, ein Revolutionär und Traditionalist gleichermaßen.
Hannes Wader ist mit 75 Jahre immer noch einer der ganz großen Lyriker, ein Politbarde, ein Revolutionär und Traditionalist gleichermaßen. Foto: Axel Engels

Hannes Wader ist mit 75 Jahre immer noch einer der ganz großen Lyriker, ein Politbardn, ein Revolutionär und Traditionalist gleichermaßen. Wenn er mit „Heute hier, morgen dort“ seine Stimme erhob, lauschten ihm nicht nur die jahrzehntelang treu gebliebenen Fans, auch viele junge Menschen wollten dieser Ikone deutscher Liedermacher einmal persönlich begegnen.

Er hat mit seinen Liedern und Konzerten Geschichte geschrieben, mit seinem politischen Engagement alle nur denkbaren Höhen und Tiefen erlebt, gleich seinen Freunden und Weggefährten Reinhard Mey und Konstantin Wecker den Kampf um Frieden und Gerechtigkeit aber nie aufgegeben.

Bei seinem Konzert bot er einen Querschnitt aus über 50 Jahren, reiste gemeinsam mit den versammelten Freunden bester handgemachter Musik von alten Zeiten im Bielefelder „Bunker“ über die bewegten Jahre in Berlin bis in seine Schleswig-Holsteinische Wahlheimat. „Trotz alledem“, „Bin auf meinem Weg „ und „Rosen im Dezember“ durften natürlich dabei nicht fehlen.

Hannes Wader bot mit den Einführungen in die Lieder einen tiefen Einblick in sein Fühlen und Denken, in sein von persönlichen Begegnungen bestimmtes Lebenswerk. Er war an diesem Abend Nachtschwärmer bei „Große Freiheit“, ein alter Kämpfer, der mit den „Moorsoldaten“ mit dem Spaten ins Moor zog. Hannes Wader sang Balladen von Sehnsucht und Melancholie. Mit seiner charismatischen Art schenkte er den Menschen im Ballenlager eine inspirierende Begegnung mit fünf Jahrzehnten deutscher und auch ganz persönlicher Geschichte.

Seine Texte wie bei „Griechisches Lied“ und „Das Bürgerlied“ zeigten ihn als Barden mit Weltsicht, der sich nie mit den scheinbar ganz klaren Antworten zufrieden gegeben hat und statt dessen lieber unangenehme, aber ehrliche Fragen stellte. „Wo ich herkomme“ war er immer noch auf seinem ganz persönlichen Weg zu den Herzen der Menschen, die an diesem Abend nicht genug bekommen konnten von seiner Musik.

Mit exquisitem Gitarrenspiel untermalt erklangen die Lieder und man ließ die Gedanken entfliehen bei dieser Reise in die Vergangenheit. die für viele im Ballenlager auch eine Reise in die eigene Jugend war.

Seine immer noch aktuellen politische Lieder erklangen mit starker Gefühlstiefe, gegen die Gleichschaltung und Unterdrückung hat er immer seine Stimme erhoben. So etwas Bewegendes macht Hannes Wader so schnell keiner der übrigen Liedermacher nach. Seine „Wilden Schwäne“ werden noch lange durch die Lüfte ziehen, auch wenn die Zeiten sich geändert haben.

Als Hannes Wader als allerletzte Zugabe das bekannteste Antikriegslied „Sag mir wo die Blumen sind“ von Pete Seeger gemeinsam mit dem Publikum anstimmte, fühlte man eine innere Verbundenheit aller im Ballenlager mit diesem jederzeit authentischen Künstler. Hannes Wader kann man nur wünschen, dass er noch lange auf seinem Weg bleibt, auch wenn er sich von der Konzertbühne zurückzieht.

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