Mo., 04.01.2016

Reagierte Polizei „schroff“? Anruf nicht ernst genommen?

Gerlinde Handt wirft der Polizei vor, den Notruf ihrer Enkelin Jaquelin (Mitte) nicht ernst genommen zu haben. Ihr und ihrer Freundin Julia Hankmann hatten Unbekannte am Bahnhofsparkdeck Skateboards und ein Handy entwendet

Gerlinde Handt wirft der Polizei vor, den Notruf ihrer Enkelin Jaquelin (Mitte) nicht ernst genommen zu haben. Ihr und ihrer Freundin Julia Hankmann hatten Unbekannte am Bahnhofsparkdeck Skateboards und ein Handy entwendet Foto: tst

Greven - 

Nachdem Jugendlichen Skateboards und Handy am Parkdeck am Bahnhof geklaut wurden, riefen sie über Notruf 110 die Polizei an. Dort sollen sie wenig freundlich behandelt worden sein. Die Polizei bestreitet dies.

Von Thomas Starkmann

Gerlinde Handt ist sauer. Sauer auf die Polizei. „Ich finde es wichtig, dass Kinder ernst genommen werden“, sagt die Rentnerin. Und genau das ist ihrer Ansicht nach am Spätnachmittag des 29. Dezembers nicht geschehen. An dem Dienstag waren ihre Enkelin Jaquelin und deren Freundin Julia Hankmann, beide 13, am Parkhaus am Bahnhof – beliebter Treffpunkt für Skater – Skateboards und ein Handy aus einer Jackentasche geklaut worden. Die Sachen hatten eine Zeit lang unbeaufsichtigt am Rande des unteren Parkdecks gelegen. In ihrer Verzweiflung rief Jaquelin Handt zu Hause an und erreichte ihre Großeltern, die zum Ort des Geschehens kamen. Mit Omas Handy wählte Jaquelin den Notruf 110, um den Diebstahl zu melden. Der Beamte soll geantwortet haben, der Diebstahl sei „eigene Schuld“ und man würde „schon wegen des Spritverbrauchs“ kein Einsatzfahrzeug schicken.

Woraufhin Oma das Gespräch übernahm. Sie erzählt, man habe ihr „in ziemlich schroffem und unfreundlichem Ton“ erklärt, dass es sich um einen einfachen Diebstahl handele, den sie auf der Wache zur Anzeige bringen müsse. Auf ihre Einlassung, am Tatort befänden sich noch einige Personen, die als Zeugen fungieren könnten, wäre als Antwort gekommen: „Wollen Sie mir erklären, wie ich meine Arbeit zu machen habe.“ Danach habe der Beamte den Hörer aufgelegt.

Bei der Kreispolizei Steinfurt ist das Telefonat, wie alle Notrufe, aufgezeichnet worden. „Aus unserer Sicht ist das Gespräch ganz normal verlaufen und die Wortwahl und Vorgehensweise des Beamten bietet keinerlei Anlass zur Kritik“, sagt Sprecher Johannes Tiltmann. Das Gespräch sei gemeinsam mit dem betroffenen Beamten und dem Vorgesetzten abgehört worden. Der Beamte habe im sachlichen Ton geschildert, dass es sich um einen einfachen Diebstahl handele, der bei der Grevener Wache gemeldet werden müsse. Offenbar habe dies bei Gerlinde Handt „zu Irritationen geführt.“ „Das Gespräch ist dann ganz normal beendet worden“, sagt der Pressesprecher.

Gerlinde Handt beharrt darauf, dass der Anruf ihrer Enkelin nicht das erforderliche Gehör fand. „Ich selbst war vor einigen Wochen an einer Aktion in der Stadtbibliothek beteiligt, bei der ein Beamter die Polizeiarbeit gut dargestellt hat und die Kinder dazu aufgefordert hat, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen und ohne Scheu den Notruf zu wählen.“

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