Di., 05.01.2016

Nitrat im Wasser Weit unter dem Grenzwert

 

  Foto: Frank Augstein

Greven - 

Der Nitratwert in deutschem Grundwasser ist oft höher als erlaubt. Nicht so in Greven: Andrea Lüke, Geschäftsführerin der Stadtwerke: „Wir brauchen uns mit unserem Wasser, auch was Nitratwerte angeht, nicht zu verstecken.“

Der Nitratwert in deutschem Grundwasser ist oft höher als erlaubt. Deshalb droht ein Verfahren seitens der EU. Nitrat ist eigentlich ungiftig, kann aber im Körper zu Nitrit werden. Dies steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Außerdem verursachen Ablagerung von Nitrit in den kleinsten Gefäßen, den Kapillaren, Durchblutungsstörungen. „Es gibt eine eindeutige Verbindung zwischen den Nitratbelastungen und einer zu intensiven Landwirtschaft, etwa durch eine immer stärkere Konzentration der Tierhaltung, aber auch des Gemüseanbaues“, betonte NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Und: Das Münsterland gehört zu den Intensivtierhaltungsregionen in Deutschland. Kann man das Wasser in Greven also überhaupt noch bedenkenlos trinken?

In der aktuellen bundesweiten Diskussion um Nitratwerte im Trinkwasser und die Neufassung der Düngeverordnung raten die Stadtwerke Greven zu einer sachlichen und differenzierten Sicht der Dinge. „Wir stehen als Grevens Wasserversorger für Qualität und absolute Sorgfalt“, betont Jörg Bürgin, Anlagenverantwortlicher des Grevener Wasserwerks. Andrea Lüke, Geschäftsführerin der Stadtwerke, ergänzt: „Wir brauchen uns mit unserem Wasser, auch was Nitratwerte angeht, nicht zu verstecken.“

Der aktuelle Nitratwert, festgestellt in der jüngsten umfassenden Trinkwasseranalyse vom Oktober 2015, liegt bei 2,1 mg pro Liter und damit weit unter dem aktuell gültigen Grenzwert von 50 mg/l. „Natürlich spüren auch wir, dass das Münsterland eine Region mit intensiver Landwirtschaft ist. Aber die Problematik der extrem hohen Nitratwerte, die in verschiedenen Regionen im Bundesgebiet zu Tage tritt, haben wir so nicht“, so Andrea Lüke.

Den Grund sehen die Stadtwerke unter anderem auch in der intensiven Kooperation mit der Landwirtschaft, die schon seit Jahren zu guten Ergebnissen führe. 30 Landwirte, die Flächen innerhalb der Wasserschutzgebiete bewirtschaften, hätten sich verpflichtet, mit den Stadtwerken zusammenzuarbeiten und kontrolliert zu düngen sowie die Flächen entsprechend umweltverträglich zu bewirtschaften. Darüber hinaus treffen sich die Landwirte und die Vertreter der Stadtwerke regelmäßig, um Gespräche zu führen. „Es ist für beide Seiten wichtig, im Dialog zu bleiben, um Dinge frühzeitig anzusprechen oder auch einfach, um auf dem aktuellen Stand zu sein“, so Jörg Bürgin.

Die Stadtwerke weisen darauf hin, dass das Trinkwasser in Greven regelmäßig kontrolliert wird. Umfassende Trinkwasseranalysen führt die Uni Münster im Auftrag der Stadtwerke Greven durch (in einem halbjährlichen Rhythmus), die Analyse des Rohwassers wird einmal in der Woche ebenfalls von Wissenschaftlern vorgenommen. Für die Beprobung des Wassers haben die Stadtwerke so genannte Multilevel-Pegel in den Brunnen eingebaut, damit ist es möglich, Wasser aus verschiedenen Tiefen für Proben zu gewinnen.

Die aktuelle Trinkwasseranalyse kann man im Internet nachlesen. Auf www.stadtwerke-greven.de „Wasser“ anklicken, dann auf „Wasserqualität“.

Aber: Es gibt ja auch noch die privaten Brunnen zur Trinkwassernutzung – im Kreis Steinfurt alleine 4613. Und: bei 16,6 Prozent der Brunnen (766) überschritten die Proben den Grenzwert.

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