Di., 05.01.2016

Rasant umdekoriert Das Narren-Eldorado

Fürs Ffoto greift Tanja Schulte zu einem Edeldamenkostüm und nimmt die passenden Utensilien dazu. Sie, ihre Mutter Edith Schulte-Schlick und die Mitarbeiterin Conny Krottenthaler haben für jeden, der sich verkleiden will, eine große Auswahl parat.

Fürs Ffoto greift Tanja Schulte zu einem Edeldamenkostüm und nimmt die passenden Utensilien dazu. Sie, ihre Mutter Edith Schulte-Schlick und die Mitarbeiterin Conny Krottenthaler haben für jeden, der sich verkleiden will, eine große Auswahl parat. Foto: ros

Reckenfeld - 

Große und kleine Karnevalisten lieben ihn, den Laden an der Grevener Landstraße in Reckenfeld: Vom Häschenkostüm bis zum Tigerpelz gibt es alles, was das Herz begehrt. Dieses Jahr musste besonders schnell umdekoriert werden – von weihnachtlich auf närrisch.

Von Rosemarie Bechtel

Wie schnelllebig die Zeit ist, merkt man, wenn man am Haus der Geschenke Schulte-Schlick in Reckenfeld vorbeigeht. Innerhalb weniger Tage sind Spielwaren und Geschenkartikel aus den Schaufenstern verschwunden und haben bunten Karnevalskostümen Platz gemacht. Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass Kostüme zu Halloween dort hingen. Wie kommt es, dass aus einem traditionsreichen Geschäft, das in den 30er Jahren mit Fahrrad- und Nähmaschinenreparaturen begann, ein Eldorado für Verkleidungsbegeisterte wurde?

Inhaberin Edith Schulte-Schlick und Tochter Tanja Schulte erklären das so: Man ist dem Wandel der Zeit gefolgt. Das große Geschäft mit den Kostümen sei in den vergangenen fünf Jahren richtig gut angelaufen. „Das ganze Jahr über sind Kostüme für Mottopartys oder ander Anlässe gefragt“, erklärt Tanja Schulte. Wer außerhalb der klassischen Verkleidungssaison ein Kostüm brauche, gehe mal eben mit nach hinten ins Lager.

Nach Gründung des Geschäftes in den 30er Jahren durch Heinrich Schlick, der später ein Werk für Maschinenbau und Sandstrahltechnik aufbaute, übernahm dessen Ehefrau Frieda in den Nachkriegsjahren den Laden. Eisenwaren, Herde, Lampen, Geschirr, Porzellan und Glaswaren waren im Angebot. Zur Weihnachtszeit kam saisonal Spielzeug hinzu. „Die ersten karnevalistischen Artikel, die wir ins Programm aufgenommen haben, waren dann vor etwa 50 bis 55 Jahren kleine Papphütchen und auch schon mal die eine oder andere Pappnase, sowie Luftschlangen.“

„Bevor man damals zur Karnevalsfeier ging, ließ Frau sich die Haare schick frisieren, und das kleine Hütchen wurde vorsichtig auf die Frisur drapiert“, erinnert sich Edith Schulte-Schlick. Zu Altweiber verkleidete man sich wirklich noch als „Alte Weiber“ mit schwarzer Kleidung, Hut und Schleier, mal schick, mal schrullig.

All das ist anders geworden. Zu Altweiber geht es heute bunt zu. Hexen, Edel- und Charlestondamen, schrilles Outfit und mehr sind in – je nach eigenem Temperament oder Humor. „Manche wollen auch im Karnevalskostüm noch schick daher kommen, andere wiederum mögen es auffallend.“ Das gelte nicht nur für die Damen. Da gebe es für den Mann das Ganzkörper-Rockerkostüm mit dickem Bauch, oder den klassischen Seeräuber und Indianer. „Man muss nicht immer ein komplettes Kostüm kaufen, auch mit Kleinigkeiten kann man sich fantasievoll kostümieren“, verdeutlicht Tanja Schulte. Kunden kämmen mit bereits vorhandenen Kostümteilen und wollten oft nur Kleinigkeiten wie eine Stola, Ketten, Hütchen dazu. Bei allem beraten die Mitarbeiter des Hauses kompetent und fantasievoll.

Expertin auf dem Gebiet der Verkleidungen ist Tanja Schulte, die beim bekannten Theater „Titanick“ stark aktiv war, es zeitweise auch noch ist und dafür fantasievolle Kostüme zusammenstellte. Nach der Geburt des Sohnes vor zehn Jahren brachte sie sich im Laden der Mutter ein, erweiterte nach und nach das Angebot. Die Kompetenz und Vielfalt sprach sich schnell herum.

Und so wird seit zwei Jahren inzwischen das komplette „Alltagssortiment“ in den hintersten Winkel geräumt, und der ganze Laden bietet alles, was das närrische Herz begehrt. Fürs Pressefoto greift Tanja Schulte zu einem Edeldamenkostüm und nimmt die passenden Utensilien dazu. So perfekt muss es nicht immer sein. „In diesem Jahr ist Karneval sehr früh. Wenn es dann zu den Umzügen am Rosenmontag kalt wird, wollen viele oft noch kurzfristig ein wärmendes Kostüm haben“, erzählt Tanja Schulte. Vor allem der Nachwuchs verkleidet sich besonders gerne, und auch dafür sei das Angebot riesig.

Na dann, schnell mal den eigenen Fundus durchsuchen, schauen was fehlt, oder mal etwas ganz neues im Karneval ausprobieren! Die Experten gibt es dazu gleich vor Ort.

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