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Di., 05.01.2016

Arbeitsmarkt in Greven Schlusslicht in der Boom-Region

Noch hat der Winter  bisher keine Ruhepausen bei Arbeiten auf dem Bau erzwungen. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit in Greven gegenüber dem Vorjahr gestiegen – ganz gegen den Trend im Kreis.

Noch hat der Winter  bisher keine Ruhepausen bei Arbeiten auf dem Bau erzwungen. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit in Greven gegenüber dem Vorjahr gestiegen – ganz gegen den Trend im Kreis. Foto: isa

Greven - 

Greven kommt einfach nicht weg von seiner Schlusslichtposition: Fast alle Gemeinden im Kreis haben ihre Arbeitslosenquoten im Vergleich zum Vorjahr gehalten oder verbessert. Nur Greven ist deutlich abgesackt.

Von Monika Gerharz

Greven schafft es einfach nicht, die Zahl der Arbeitslosen zu senken: Auch im Dezember war die Emsstadt mit einer Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent Schlusslicht im Arbeitsamtsbezirk Rheine. Damit liegt die Zahl der Arbeitslosen sogar über jener im Vorjahr. Damals waren 5,4 Prozent aller Grevener, die arbeiten möchten, ohne Job. Fast alle anderen Kommunen konnten ihre Quote halten oder gar deutlich verbessern.

Warum dies so ist, wissen auch die Experten von der Arbeitsagentur nicht zu beantworten – Entlassungswellen oder größere Pleiten gab es nicht. „Das ist immer auch eine Frage der Relationen“, meint Guido Paskarbis, Sprecher der Arbeitsagentur Münsterland. In kleineren Städten machten 20 oder 30 Arbeitslose mehr oder weniger schnell einen Prozentpunkt aus. Insgesamt jedenfalls stünden die Münsterlandgemeinden hervorragend da. „Eigentlich geht es nur den Boomregionen in Süddeutschland besser.“ Bei Arbeitslosenquoten von 3,4 Prozent in Ibbenbüren und 4,0 Prozent in Lengerich könne man nach Definition vieler Experten bereits von Vollbeschäftigung sprechen. Und der Mann von der Arbeitsagentur ist auch für die nächste Zeit optimistisch: „Wir erwarten keine Eintrübung.“

5,7 Prozent Arbeitslosenquote – das bedeutet immerhin, dass 1968 Grevener, die arbeiten wollen, ohne Job sind. Offene Stellen dagegen gibt es im Augenblick nur 287. 11,5 Prozent aller Arbeitssuchenden sind jünger als 25 Jahre, 18,2 Prozent älter als 55 Jahre. 37 Prozent aller Arbeitssuchenden sind Langzeitarbeitslose. Ein besonders hohes Risiko, arbeitslos zu werden, haben Menschen ohne deutschen Pass – unter ihnen beträgt die Arbeitslosenquote 21,8 Prozent. Interessant: Von allen Arbeitssuchenden haben nur 746 Menschen Anspruch auf Geld aus der regulären Arbeitslosenversicherung. In der Regel sind das Personen, die länger berufstätig waren und häufig auch schnell wieder einen Job finden.

Die Mehrzahl der Arbeitssuchenden, derzeit 1222, sind mittlerweile Bezieher von Hartz IV, das aus Steuermitteln finanziert wird. Davon sind 396 Menschen langzeitarbeitslos. „Aber auch diese Zahlen zeigen im Vergleich zu anderen Städten keine Auffälligkeiten“, versichert Paskarbis.

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