So., 10.01.2016

Holzwände für ein wenig Privatsphäre Heute werden die ersten Flüchtlinge erwartet

Erfolgreiche Zusammenarbeit (von links): Marvin Wermers (Team Asyl), Franz-Josef Austrup (Ingenieurbüro), Beate Tenhaken (Fachbereichsleiterin für Soziales) und Frank Kerstingkötter vom Gebäudemanagement.

Erfolgreiche Zusammenarbeit (von links): Marvin Wermers (Team Asyl), Franz-Josef Austrup (Ingenieurbüro), Beate Tenhaken (Fachbereichsleiterin für Soziales) und Frank Kerstingkötter vom Gebäudemanagement. Foto: marl

Greven - 

Bei der Planung der neuen Flüchtlingsunterkunft legte Beate Tenhaken besonders viel Wert darauf, dass die Neuankömmlinge trotz des engen Raumes eigenverantwortlich leben. „Es gibt insgesamt sieben Küchen, so dass die einzelnen Wohneinheiten eigenständig einkaufen, kochen, spülen, Wäsche waschen und die alltäglichen Dinge erledigen sollen“, erklärte die Fachbereichsleiterin für Soziales.

Von Marleen Meyerhoff

Hand in Hand haben sie in den letzten Wochen zusammengearbeitet: In weniger als einem Monat hat die Grevener Stadtverwaltung in Kooperation mit Ingenieur Franz-Josef Austrup sowie etlichen Grevener Baufirmen die Flüchtlingsunterkunft in der Schöne­fliethhalle errichtet.

„Am 14. Dezember haben wir uns zum ersten Mal die Halle angeschaut, bereits an diesem Montag erwarten wir die ersten Ankömmlinge“, freut sich Beate Tenhaken, Fachbereichsleiterin für Soziales bei der Stadt, über die gute Zusammenarbeit.

Einige interessierte Grevener schauten am Samstagvormittag vorbei, um sich selbst ein Bild von der Unterkunft zu machen. Aus Holzplatten wurden kleine Wohneinheiten für jeweils acht Personen errichtet, sodass ein bisschen Privatsphäre gewahrt werden kann. „Insgesamt können bis zu 86 Flüchtlinge in der Sporthalle, die normalerweise vom SC Greven 09 genutzt wird, untergebracht werden“, erklärte Frank Kerstingskötter vom städtischen Gebäudemanagement.

Ob die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt wird, bleibt abzuwarten. „Wenn wir sechs- bis siebenköpfige Familien haben, ist es natürlich schwierig, die Zimmer so aufzufüllen, dass alle Betten belegt sind“, erklärte Kerstingskötter weiter. Das sei bei einer Gruppe von jungen Männern einfacher.

Für die Erwachsenen bietet die Volkshochschule Deutschkurse in den Gebäuden der GBS an, sodass schnellstmöglich die ersten Schritte der Integration stattfinden. Dennoch ist die Stadtverwaltung sich darüber bewusst, dass ein Zusammenleben auf so engem Raum nicht ohne Meinungsverschiedenheiten stattfinden wird. „Aus diesem Grund haben wir 24 Stunden, sieben Tage die Woche, zwei Personen vom Sicherheitsdienst eingestellt, die für Ruhe und Ordnung sorgen“, so Beate Tenhaken. Binnen kürzester Zeit hat die Stadt Greven dieses Projekt auf die Beine gestellt.

„Zu 80 Prozent waren Grevener Baufirmen an der Umsetzung beteiligt, die einen enormen Einsatz zeigten und sogar teilweise ihren Weihnachtsurlaub verschoben haben“, lobte Franz-Josef Austrup vom Ingenieurbüro für Planung und Bauleitung das Engagement der Grevener. Auch der SC 09 agierte sehr kooperativ und erklärte sich nach wenigen Gesprächen bereit, die Halle zur Verfügung zu stellen.

Wie lange die Flüchtlinge dort leben, ist zurzeit noch ungewiss. Tenhaken: „Ursprünglich haben wir mit 250 Ankömmlingen gerechnet – inzwischen sind es knapp 650. Sollten es dieses Jahr genauso viele werden, dauert es wahrscheinlich noch, bis die Schönefliethhalle wieder normal genutzt werden kann.“

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