So., 10.01.2016

Prinzenproklamation 2016 Stadtprinz Michael III. und Pünte Nina: „Warum hast du nicht nein gesagt?“

Greven - 

Erst um kurz vor 21 Uhr wird am Samstagabend das Geheimnis gelüftet: Michael III. (Bruland) ist Grevens neuer Stadtprinz, zur Seite steht im Püntenmariechen Nina Fundke. Umrahmt war der närrische Machtwechsel von einem erstklassigen Showprogramm - Lokalkolorit inklusive.

Von Ulrich Reske

Dass sich die Wartezeit aufs neue Prinzenpaar noch ein wenig verlängert, daran trägt das Publikum selber Schuld: Der stete Wunsch nach Zugaben spricht eine deutliche Sprache. Vor jeder Inthronisation steht die Entthronisation. Machtkämpfe dieser Art gehen gottlob in Greven unblutig aus. Und so übergeben Udo I. und ihre Lieblichkeit Caro die Insignien der Macht kampflos, aber wortreich. So redereich eben, dass der flotte Moderator, KG-Emspünten-Präsident Jo Schreiber, wieder mal aufs Tempo drücken musste. „Die warten schon draußen.“ Doch bis um 20.55 Uhr bleibt Grevens best gehütetes Geheimnis noch unter der Decke.

Tempo? Ja, mit ganz viel Tempo startet um Punkt 19.11 Uhr die Prinzenproklamation mit den sächselnden Farellos – der quirligen Putzfachkraft Frau Schmid und dem im hautengen Goldmetallic-Anzug gekleideten Toni Farello. Das Duo beweist echte Eisbrecher-Qualitäten und hat die nicht ganz 1111 wohlgelaunten Narrenfreunde nach der artistisch-komödiantischen Einrad-Einlagen zügig auf seiner Seite. Keine Frage: Der Auftakt zur Proklamation hätte kaum besser gelingen können. Doppelstöckiges Seilchenspringen: „Die können was“, raunen Zuschauer, die sich zeitweise eher in einer Sportgala denn in einer Karnevalsproklamation wähnen. Die schmetternden Tätatä-Fanfaren der Brassband weisen allerdings stets auf die karnevalistischen Wurzeln.

Noch müssen der neue Prinz und seine Pünte weiter warten. Dass diese Zeit nicht allzu quälend wird, verdankt das locker gestimmte Publikum auch dem Bajuwaren Perry Paul, der seine Freunde Joseph, farbiger Amerikaner, und Amadé, ein vorlautes pelziges Etwas, im DHL-Paket auf die Bühne bringt. Kurzweilige Bauchrednerei auf hohem Niveau. Kalauernd witzig, wobei selbst unter der Gürtellinie Liegendes charmant verpackt wird. Beispiel gefällig? Etwa den Spruch, den Perry Paul auf der Toilette der Rönnehalle gelesen haben will? „Liebe Köchin, lieber Koch, hier fällt auch dein Essen ins Loch.“ Na ja! Am Rande erwähnt: Das Catering mit kleinen Schnitzelchen und Frikadellen: Passend und prima.

Dass sich die Wartezeit aufs neue Prinzenpaar noch ein wenig verlängert, daran trägt das Publikum selber Schuld: Der stete Wunsch nach Zugaben spricht eine deutliche Sprache.

Vor jeder Inthronisation steht die Entthronisation. Machtkämpfe dieser Art gehen gottlob in Greven unblutig aus. Und so übergeben Udo I. und ihre Lieblichkeit Caro die Insignien der Macht kampflos, aber wortreich. So redereich eben, dass der flotte Moderator Jo wieder mal aufs Tempo drücken musste. „Die warten schon.“

Punkt 20.55 Uhr steigt nach kurzweiligem Entertainment die Spannung aufs Wesentliche. Suchscheinwerfer irren durch den Saal. „Nein, der Reske ist es nicht“, schmunzelt Schreiber gen Pressetisch. Und dann setzten sich die Blauröcke in Bewegung. Zeremonienmeister, Elferrat und Prinzengarde begleiten ihr neues Prinzenpaar auf die Bühne.

Und dann stehen sie dort. Noch ein wenig unsicher, dem Motto gemäß, das sie sich selber für diese Session gegeben haben: „Warum hast du nicht nein gesagt?“ Klingen da Zweifel mit?

Interview mit dem Prinzen

Als der Name des Stadtprinzen noch streng geheim war, besucht die Tollität in spe bereits die WN-Redaktion. Das exklusive Interview: hier.

Vom Prinzen-Suchkomitee wird immerhin preisgegeben, dass man über Ehefrau Angelika Bruland an den neuen Prinzen gekommen ist. Ach ja, der heißt Michael III. und hat Nina zum neuen Püntenmariechen erkoren. 54 Jahre ist der neue Stadtprinz, Meister im Sanitärgewerbe, Chef eines kleinen Betriebs, als Westler bei den Bahnhofsschützen organisiert und – daher kennen ihn die meisten – Grevens Stadtkaiser von 2010. Ein sportlicher Typ, Fohlen-Fan und eben Ehemann der Josefsklausen-Wirtin Angelika. Ebenfalls ein sportlicher Typ ist Pünte Nina Fundke, Studentin und LVM-Mitarbeiterin, aktiv beim Reit- und Fahrverein und im TVE. Als Mitglied in der Ehrengarde des Schützenvereins Bahnhof schließt sich der Kreis zum Stadtprinzen.

Nach diesem Herzstück des Abends fährt das Programm auf eindeutig närrischen Schienen weiter. „De Alabtrosse“ bringen rheinische Schunkellieder in fetzig rockigem Gewand auf die Bühne. „Jetzt geht´s los,“ skandieren die fünf fröhlichen Jungs und drücken auch deswegen gewaltig aufs Tempo, weil der nächste Auftritt am gleichen Abend noch in Marl zu absolvieren ist.

Mit der KG Turm-Garde Eitorf erweisen die Grünjacken den Blaujacken ihre Referenz. Viel Bein, rotes Haupt, grünes Röckchen, turmhohe Sprünge. „Sensationell“, fasst der Moderator den Auftritt zusammen, und das Publikum applaudiert frenetisch.

22.55 Uhr: „Die Hände zum Himmel“ – das Finale nach der gefeierten Bütteinlage von Don Claudio und Pedrone. Eine temporeiche Proklamation, die wohl zu den besten gehört, die die KG Emspünte in den vergangenen Jahren auf die Bühne gebracht hat.

Apropos: Den ersten Prinzenorden der Session kriegt Redakteur Gunnar A. Pier, gefühlt seit 20 Jahren Begleiter der Proklamation.

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